1. Urheberschutz und Nutzungsrechte 

1.1. Der einem Grafik-Designer erteilte Auftrag ist ein Urheberwerkvertrag (Auftragswerk). Vertragsgegenstand ist die Schaffung des in Auftrag gegebenen Werkes sowie die Einräumung von Nutzungsrechten an den Werkleistungen. Es gelten die Vor­schriften des Werkvertragsrechtes und Urheberrechtsgesetzes. 

1.2. Die Arbeiten (Entwürfe und Reinzeichnungen,) des Grafik-Designers sind
als persönliche geistige Schöpfungen durch das Urheberrechtsgesetz geschützt, dessen Regelungen auch dann als vereinbart gelten, wenn die nach § 2 UrhG erforderliche Schöpfungshöhe nicht erreicht ist. 

1.3. Ohne Zustimmung des Grafik-Designers dürfen seine Arbeiten einschließlich der Urheberbezeichnung weder im Original noch bei der Reproduktion geändert werden. Jede Nachahmung auch von Teilen des Werkes ist unzulässig. Ein Verstoß gegen diese Bestimmung berechtigt den Designer, eine Vertragsstrafe in Höhe der doppelten vereinbarten Vergütung zu verlangen. Ist eine Vergütung nicht ver­einbart, gilt die nach dem Tarifvertrag für Design-Leistungen SDSt/AGD üblichen Vergütung als vereinbart.

1.4. Die Werke des Grafik-Designers dürfen nur für die vereinbarte Nutzungsart und den vereinbarten Zweck im vereinbarten Umfang verwendet werden. Soweit nichts anderes vereinbart ist, wird jeweils nur das einfache Nutzungsrecht über­tragen. Eine Weitergabe der Nutzungsrechte an Dritte bedarf der schriftlichen Vereinbarung. Das Recht, die Arbeit in dem vereinbarten Rahmen zu verwenden, erwirbt der Auftraggeber/Verwerter mit der Zahlung des Regelhonorars. 

1.5. Wiederholungen (z.B. Nachauflage) oder Mehrfachnutzungen (z.B. für ein anderes Produkt) sind honorarpflichtig; sie bedürfen der Einwilligung des Grafik-Designers. Der Designer hat das Recht, auf den Vervielfältigungsstücken als Urheber genannt zu werden. Eine Verletzung des Rechts auf Namensnennung berechtigt den Designer zum Schadensersatz. Ohne Nachweis eines höheren Schadens beträgt der Schadensersatz 50% der vereinbarten bzw. nach dem Tarifvertrag für Design-Leistungen SDSt/AGD übliche Vergütung. Das Recht, einen höheren Schaden bei Nachweis geltend zu machen, bleibt unberührt.

1.6. Über den Umfang der Nutzung steht dem Grafik-Designer ein Auskunfts­anspruch zu. 

2. Honorar 

2.1. Entwurf und Reinzeichnung sowie die Einräumung des Nutzungsrechtes bilden eine einheitliche Leistung. Für diese Leistung berechnet der Grafik-Designer:  das Regel-
honorar für die genutzte Entwurfsarbeit und das Reinzeichnungshonorar. 

2.2. Übt der Auftraggeber seine Nutzungsoption nicht aus und werden keine Nutzungsrechte eingeräumt, berechnet der Grafik-Designer ein Abschlagshonorar. 

2.3. Die Berechnung der Honorare richten sich, soweit nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wird, nach dem Tarifvertrag für Design-Leistungen SDSt/AGD. 

2.4. Eine unentgeltliche Tätigkeit, insbesondere die kostenfreie Schaffung von Ent-
würfen, ist nicht berufsüblich. Werden die Entwürfe später, oder in größerem Umfang als ursprünglich vorgesehen, genutzt, so ist der Grafik-Designer be­rechtigt, die Vergütung für die Nutzung nachträglich in Rechnung zu stellen bzw. die Differenz zwischen der höheren Vergütung für die Nutzung und der ur­sprünglich gezahlten zu verlangen.

2.5. Vorschläge und Weisungen des Auftraggebers aus technischen, gestalterischen und anderen Gründen und seine sonstige Mitarbeit haben keinen Einfluss auf das Honorar; sie begründen auch kein Miturheberrecht. 

2.6. Die Honorare sind bei Ablieferung der Arbeiten fällig; sie sind ohne Abzug zahlbar. Werden Arbeiten in Teilen abgeliefert, so ist das entsprechende Teil­honorar jeweils bei Ablieferung des Teiles fällig. Erstreckt sich die Ausführung eines Auftrages über einen längeren Zeitraum oder erfordert er vom Grafik-Designer hohe finanzielle Vorleistungen, so sind angemessene Abschlagszahlungen zu leisten, und zwar 1/3 der Gesamtvergütung bei Auftragserteilung, 1/3 nach Fertigstellung von 50%, 1/3 nach Ablieferung. 

2.7. Honorare sind Nettobeträge, die zuzüglich Mehrwertsteuer zu entrichten sind. 

3. Zusatzleistungen, Neben- und Reisekosten

3.1. Die Änderung von Entwürfen, die Schaffung und Vorlage weiterer Entwürfe, die Änderung von Reinzeichnungen sowie andere Zusatzleistungen (Manuskriptstudium, Produktionsüberwachung u. a.) werden nach Zeitaufwand entsprechend dem Tarifvertrag für Design-Leistungen SDSt/AGD gesondert berechnet. 

3.2. Im Zusammenhang mit den Entwurfsarbeiten oder mit Entwurfsausführungsarbeiten entstehende technische Nebenkosten (z. B. für spezielle Materialien, Fotos, Ausdrucke, Modelle, Zwischenreproduktionen, Scans, Bildbearbeitungen,  Satz und Druck etc.) sind vom Auftraggeber zu erstatten. 

3.3. Für Reisen, die nach Abstimmung mit dem Auftraggeber/Verwerter zwecks Durchführung des Auftrages oder der Nutzung erforderlich sind, werden die Kosten und Spesen berechnet. 

3.4. Die Vergabe von kreativen Fremdleistungen (z.B. Fotoaufnahmen, Modelle) nimmt der Grafik-Designer nur aufgrund einer mit dem Auftraggeber/Verwerter getroffenen Vereinbarung in dessen Namen und auf dessen Rechnung vor.
Der Grafik-Designer ist berechtigt, die zur Auftragserfüllung notwendigen Fremdleistungen  (z.B. Litho, Druckausführung, Versand) im Namen und für Rechnung des Auftraggebers zu bestellen. Der Auftraggeber verpflichtete sich, dem Designer entsprechende Vollmacht zu erteilen.

3.5. Soweit der Grafik-Designer auf Veranlassung des Auftraggebers/Verwerters Fremdleistungen im eigenen Namen vergibt, stellt der Auftraggeber/Verwerter den Grafik-Designer von hieraus resultierenden Verbindlichkeiten frei. 

3.6. Die Vergütung für Zusatzleistungen ist nach deren Erbringung fällig. Ver­auslagte Nebenkosten sind nach Anfall zu erstatten. Vergütungen und Neben­kosten sind Nettobeträge, die zuzüglich Mehrwertsteuer zu entrichten sind. 

4. Eigentumsvorbehalt und Versendungsgefahr 

4.1. An den Arbeiten des Grafik-Designers werden nur Nutzungsrechte ein­geräumt,
ein Eigentumsrecht wird nicht übertragen. 

4.2. Die Originale sind nach angemessener Frist unbeschädigt an den Grafik-Designer zurückzugeben, sofern nicht ausdrücklich eine anderslautende Vereinbarung getroffen wurde. Bei Beschädigung oder Verlust hat der Auftrag­geber die Kosten zu ersetzen, die zur Wiederherstellung der Originale notwendig sind. Die Geltendmachung eines weitergehenden Schadens bleibt unberührt.

4.3. Zusendung und Rücksendung der Arbeiten erfolgen auf Gefahr
und Rechnung des Auftraggebers/Verwerters. 

5. Korrektur und Produktionsüberwachung 

5.1. Vor Produktionsbeginn sind dem Grafik-Designer Korrekturmuster
vorzulegen. 

5.2. Die Produktion wird vom Grafik-Designer nur auf Grund einer besonderen Vereinbarung überwacht. Besteht eine solche Vereinbarung, so ist er ermächtigt, erforderliche Entscheidungen zu treffen und Weisungen zu erteilen. Er haftet für Fehler nur bei eigenem vorsätzlichem Verschulden oder grober Fahrlässigkeit.

5.3. Der Grafik-Designer ist nicht verpflichtet, Dateien oder Layouts, die am Computer erstellt wurden, an den Auftraggeber herauszugeben. Wünscht der Auftraggeber die Herausgabe von Computerdaten, so ist dies gesondert zu vereinbaren und zu vergüten. Hat der Grafik-Designer dem Auftraggeber Computerdaten zur Verfügung gestellt, dürfen diese nur mit vorheriger Zustimmung des Grafik-Designers verändert werden.

6. Haftung 

6.1. Eine Haftung für die wettbewerbs- und zeichenrechtliche Zulässigkeit seiner Arbeiten wird vom Grafik-Designer nicht übernommen; gleiches gilt für deren Schutzfähigkeit. 

6.2. Der Auftraggeber/Verwerter übernimmt mit der Genehmigung/Freigabe der Entwürfe und Reinzeichnungen die Verantwortung für die Richtigkeit von Bild und Text; es entfällt jede Haftung des Grafik-Designers.

6.3. Soweit der Grafik-Designer auf Veranlassung des Auftraggebers/Verwerters Fremdleistungen in dessen Namen und auf dessen Rechnung in Auftrag gibt, haftet er nicht für die Leistungen und Arbeitsergebnisse der beauftragten Leistungserbringer. 

6.4. Der Grafik-Designer verpflichtet sich, seine Erfüllungsgehilfen sorgfältig auszusuchen und anzuleiten. Darüberhinaus haftet er für seine Erfüllungs­gehilfen nicht.

6.5. Die Freigabe von Produktion und Veröffentlichung obliegt dem Auftrag­geber/Verwerter. Delegiert der Auftraggeber/Verwerter im Ausnahmefall die Freigabe in ihrer Gesamtheit oder in Teilen an den Grafik-Designer, stellt er ihn von der Haftung frei. 

6.6. Der Grafik-Designer verpflichtet sich, den Auftrag mit größtmöglicher Sorgfalt auszuführen, insbesondere auch ihm überlassene Vorlagen, Filme, Displays, Layouts etc. sorgfältig zu behandeln. Er haftet für entstandene Schäden nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Ein über den Materialwert hinausgehender Schadensersatz ist ausgeschlossen.

6.7. Beanstandungen gleich welcher Art sind innerhalb von 14 Tagen nach Ablieferung des Werks schriftlich beim Grafik-Designer geltend zu machen. Danach gilt das Werk als mangelfrei angenommen.

6.8. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz ist eine Haftung des Grafik-Designer nicht ausgeschlossen. 

7. Belegexemplare 

Von allen vervielfältigten Arbeiten sind dem Grafik-Designer 10 bis 20 einwandfreie Beleg­exemplare  unentgeltlich zu überlassen, die er auch im Rahmen seiner Eigen­werbung verwenden darf.

8. Gestaltungsfreiheit 

8.1. Für den Grafik-Designer besteht im Rahmen des Auftrags Gestaltungsfreiheit. Reklamationen hinsichtlich der künstlerischen Gestaltung sind ausgeschlossen. Wünscht der Auftraggeber während oder nach der Produktion Änderungen, so hat er die Mehrkosten zu tragen. Der Grafik-Designer behält den Vergütungs­anspruch bei bereits begonnenen Arbeiten. 

8.2. Die dem Grafik-Designer am überlassenen Vorlagen (z.B. Texte, Fotos, Muster) werden unter der Voraussetzung verwendet, dass der Auftraggeber/Verwerter
zur Verwendung berechtigt ist. Sollte er entgegen dieser Versicherung nicht zur Verwendung berechtigt sein, stellt der Auftraggeber den Grafik-Designer von allen Ersatzansprüchen Dritter frei.

8.3. Verzögert sich die Durchführung des Auftrages aus Gründen, die der Auftraggeber zu vertreten hat, so kann der Grafik-Designer eine angemessene Erhöhung der Vergütung verlangen. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit kann er auch Schadenersatzansprüche geltend machen. Die Geltendmachung eines weitergehenden Verzugsschadens bleibt davon unberührt.

9. Schlußbestimmungen

9.1. Erfüllungsort für beide Teile ist der Sitz des Grafik-Designers. 

9.2. Die Unwirksamkeit einer oder mehrerer der vorstehenden Bestimmungen lässt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Die unwirksame Bestimmung ist durch eine wirksame zu ersetzen, die den mit ihr verfolgten wirtschaftlichen Zweck soweit wie möglich verwirklicht.

9.3. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland.