(4.84844°, 100.74951°) (4.60177°, 101.07893°)
Schorsch:
So um 9:00, wie üblich geht’s wieder auf die Straße. Und welch ein Zufall! Gerade auch dann stehen da Andrea und Thomas vor uns. Natürlich schon seit 7:30 fest im Sattel. So geht’s a Stückal gemeinsam los. Ihre 2. Frühstückspause trennt uns, unsere 2. Frühstückspause und reichliche Kaltgetränkezufuhr vereint uns wieder. Die Beiden biegen wo Kleines hin ab, wir haben nicht richtig geguckt und treten die restlichen 45 km nach Ipoh an der verkehrsreichen Hauptstraße entlang. Zuvor aber, sehr toll!, eine umgebaute ehemalige Bahnstrecke durch Dschungellandschaft. Sogar einen zunächst gedachten steilen Berg müssen wir nicht hochschieben. Ein Tunnel tut sich auf. Wegen groben Schotters muss aber dennoch durch die Röhre geschoben werden. Tiefe Pfützen und wasservolle Rinnen geben mir ein Fußbad. Sehen tu ich nix. Mag auch etwas an der Sonnenbrille gelegen haben – fällt zu spät auf. Vielleicht auch gut so. Mag nicht wissen, was da alles im dunklen Dschungeltunnel an Kriechtieren unterwegs war. Kannste sie schon verstehen, die Straußvögel, die bei Gefahr liebermal gerne den Kopf in den Sand stecken.
Der Abstandsbesen hilft. Wir werden wohl milde lächelnd oder verblüfft beachtet und dafür meist etwas mitleidig oder misstrauisch umfahren. Manche winken uns auch freundlich aus dem Autofenster zu. Ein Scooterfahrer reicht auch mal kühle Eisteelimonade. Jahahaaaa, so nett sind die hier.
Am nächsten Morgen: beste Frühstücksauswahl bisher. Heute steht Waschen – mal wieder im Waschsalon – und Autovermietung Suchen auf’m Program. Und den ganzen Abend dann hübsch mit den beiden Salzburgern ratschen. Die Beiden fliegen in ein paar Tagen von Kuala Lumpur aus zurück in die jetzt frühlingshafte Heimat. Ihr bevorstehender Aktivismus Neues zu planen und zu starten spornt mich auch ein wenig an und schließlich muss ja das Häuschen renoviert werden. Ideen flattern durch den Kopf. Momentan nur nebulös. Kann auch gut noch vage sein, dauert noch ein Jahr.
Petra:
Wir kommen geradewegs mit unserem bepackten Rädern aus der Tiefgarage und rollern die Hoteleinfahrt hinunter, da stehen Andrea und Thomas auf der gegenüberliegenden Straßenseite. What!! Nicht zu glauben, aber das Schicksal und der Zufall will es so. Die Beiden haben heute bereits 20 km abgestrampelt und sind gerade in der Sekunde vorbeigekommen. Zwar äugen die Beiden schon nach dem zweiten Frühstück, aber später holen sie uns wieder ein. Eh klar. Highlight des heutigen Tages ist eine alte Bahntrasse, die abgelegen durch den Regenwald führt. So wunderbar diese Teilstrecke ist, in der zweiten Tageshälfte führt die Route eine Hauptstraße entlang. Gefühlt wie auf der Standspur einer gut befahrenen Autobahn kurbeln wir heute insgesamt über 90 km ab. Abends müssen deshalb Scheuerstellen an verborgenen Stellen versorgt werden.
In Ipoh beziehen wir einen der großen Kästen, die als Hotels rumstehen. Aber, aber, welch sensationelles Frühstücksbuffet. Wir machen uns tagsüber auf die Suche nach Waschsalon und Autovermieter. Beides zwar langwieriger als gedacht, mit Blick aus dem Augenwinkel erkunden wir dabei quasi die Stadt schon im Vorbeifahren. Etwas kolonial, an manchen Ecken shabby chic mit einigen großen murals, an anderen und zahlreicheren Ecken einfach nur shabby. Ich denke das ist einfach die normale Zusammensetzung der Städte hier.
Abends sitzen wir mit Andrea und Thomas noch lange in einer Milch-, Teebar zusammen. Während wir sonst immer früh ins Bett fallen, verhilft gute Unterhaltung bis fast in die Nachtstunden.


































