(3.19511°, 101.30702°) (3.11776°, 101.67311°)

Schorsch: Der Radltag bleibt regenlos und auch verkehrsreiche Straßen nerven nur anfänglich, müssen dann im Zickzack umfahren werden. Auf kleinen Straßen, seit Langem mal wieder, teilweise entlang der Küste. Oft aber trennt ein hoher Wall den Meeresblick. Kleine Straßen, kleine Siedlungen wenig Möglichkeiten für Kaltgeränkepausen. Alle 10 Km kann aber dann doch eine kühle Zitronenlimo schnell und hastig weggegurgelt werden. Oder auch 2 und noch ein Flasche Wasser. 

Für das einzige Hotel im Umkreis müssen über 90 km getreten werden. Das erhöht die Vorfreude auf den angegebenen Pool enorm. Auch ein Restaurant ist angekündigt. Aber nix is! Heute ist eine Schulklasse zum Feiern da. Das Restaurant ist für uns zu und der Pool, direkt vor unserem Zimmer, bevölkern Jugendliche laut juchzend und schreiend mit Wasserspielen. 

Eigentlich aber ganz nett. Alle voll bekleidet und die Mädchen auch noch über den Kopf in Kleidung gehüllt haben sie alle recht viel Spaß. Baden mag ich da dann allerdings aber nicht mehr. Das Poolwasser ist irgendwie trübe geworden. 

Die hilfsbereite junge Dame am Resort-Freiluft-CheckIn hilft uns GRAB für die Essensbestellung zu bedienen. Aber leider – die nächstgelegene Bude, die über GRAB ausliefert, ist 43 Minuten entfernt. Steht da in der GRAB APP. Die nette Dame bestellt per Telefone anderswo was für uns. Dauert auch eine Weile bis es da ist. Hühnchen mit Reis kommt, was sonst. Ist aber essbar und nicht kalt und bereits vom Personal auf Teller verteilt und nicht in Styroporschalen. Geschlafen wird etwas unkomfortabel in ausgebauten Frachtcontainern. Alle Container sind lässig und kunstvoll angeordnet. Ne kleine Tinyhaus-Stadt. 

Sogar Frühstück gibt’s. 

Schon bin ich wieder verblüfft. All die Kinder sammeln sich nach dem Frühstück zum Singen. Und genau da und in diesem Moment mag auch einer mit seinem Lauten Rasenmäher das Gras kürzen. Die Kindertruppe geht auf Wanderschaft und auch das Gras ist ab diesem Moment wohl ordentlich bearbeitet. Hab tatsächlich öfters den Eindruck, dass so mach Einer oder Eine sich gerade im passenden Moment störend daneben pflanzt. Oft fängt gerade in dem Moment an jemand zu beseln oder zu wischeln, wenn wir gerade in der Kaltgetränkepause im Schatten kauern.  

Aber meist sind die Gärten gut gepflegt und die Planzen hübsch trapiert. Und der Rasen am Wegesrand, zusammen mit Plastikmüll, mit dem Rasentrimmer zerkleinert. 

Zunehmend zur Nähe nach Kuala Lumpur wird der Verkehr unerträglicher, und unsere Abstandsbesen helfen nur bedingt. Der Versuch mit dem Zug in die Innenstadt zu gelangen, scheitert. Umbaumaßnahmen. Erst um 18:00 Uhr käme der Zug. Also Radeln. Von 70 km sind etwa  50 km durch Chaosverkehr. Die letzten 20 km geht’s einen Zweiradler-Highway der Autobahn entlang. Nicht schön, aber schon besser so. Und auch gut! Gerade in der Hotel-Suite angekommen schüttet’s draußen plötzlich. 

Jahaaaa, wieder eine Suite! Da werden wohl auch kleine und neuwertige Wohnungen in Wolkenkratzern, die nicht verkauft oder vermittelt wurden, günstiger als Hotelzimmer vermietet. Alles da, Platz für Sofa und Esstisch, Schlafzimmer und sogar Waschmaschine. Hier saugen wir uns im 32sten Stock für 4 Nächte fest. Am Hotel befindet sich ein riesiger Mall-Komplex im Untergeschoss. Zahlreich Restaurants und Supermärkte hat’s da. Viel Getränke werden rausgeschleppt. Bin etwas ausgedörrt, könnte literweise in mich reinsaufen. Aber da täuscht sich mein Körper. Denkt er muss für den nächsten Radeltag wieder Kühlwasser vorrätig halten. Dabei werd ich nix tun, was mich triefen lässt. Werde Pause in der gemütlichen Suite machen. 

Und sogar ein Baguette wird von einem Inder angeboten. In einer Glasvitrine wird’s feilgeboten. Zahl eins,nimm 2. Ich bin verlockt und beiß an. Recht zäh und garnicht frisch, wie erträumt, ist’s dann. Hat mir wohl seine alte Auslage verkauft. Der Schlawiner! Hätte mich stutzig machen sollen, dass er lange, und mir scheint zum ersten Mal, ein Einwickelpapier fürs Baguette gesucht hat.