Schorsch Zusammenfassung:

Während ich das hier schreibe, hab ich mir nach einem schweren Kampf Kekse hingelegt. Ich bin nun seit China schon schwächlich. Alle Plastikverpackungen bekomme ich kaum noch aufgerissen. Oft ist dann der Inhalt schon unter Anwendung von Aufreißgewaltexzessen zerbröselt. Denkbar ist aber auch, dass die Verpackungen in Asien bedeutend schwerer zu öffnen sind. Das muss auch mal gesagt werden. Und gerade jetzt in Kombination von Keksen und Texten kommt es mir zur richtigen Zeit in den Sinn. 

Jetzt hock’ ich schon in Indonesien. Singapur wurde mit der Fähre umfahren. Um aber die Fähre nach Java zu erwischen, hätten wir über große und verkehrsreiche Straßen nach Singapur treten müssen um dann hurtig den bestimmt auch interessanten Stadtstaat zu durcheilen. Für Sightseeing bliebe nix an Zeit. Eventuell kommen wir auf dem Rückweg nochmal vorbei. 

Seit Vientiane (Laos) haben wir uns fast ausschließlich mit den Rädern durch die Hitze gekämpft. Um die 3500 Kilometern waren’s. Nur ein paar Zugkilometer und Fährenmeilen sind ohne Muskelkraft überbrückt worden. Es war toujours heiß und schwül. Kühl war’s, wenn es 30 Grad hatte. Oft sind wir mit einem Ganzkörperfeuchtigkeitsfilm überzogen, sind bei 35 bis 38 Grad von Kaltgetränkepause zu Kaltgetränkepause getreten. Wobei es während der Fahrt erträglicher war, als beim Sitzen und im eigenen Saft schmorend vor sich hin zu tropfen. Der Fahrtwind gab tatsächlich Kühlung. Die verkehrsreichen Straßen konnten meist auf kleinen Nebenstraßen umfahren werden. Je weiter südlich, desto grüner, dschungeliger wurd‘s. Die letzten Tage ging’s meist durch endlose Palmenplantagen. Da kann man dann im gleichmäßigen, ab vom Verkehr ungestörten Tritt, die Wasserkanäle nach Waranen absuchen, zwischen Palmen grasende und neugierige Kühe betrachten oder über zukünftige Hausrenovierungsmaßnahmen grübeln und im Kopf planen. 

Waren in Thailand die Hotels und Resorts meist noch was, wo man sich darauf freuen konnte ordentlich verköstigt zu werden und hübsch gebettet zu sein, um wohlige Entspannung zu finden und Kraft im Pool für den nächsten Tag zu sammeln, war das in Malaysia nicht mehr ganz so hübsch. Oft waren es nur kleine enge Zimmerchen. Ab und zu auch schäbig und runtergekommen. Auch schon mal fensterlos. Da mögen die Fahrradklamotten über Nacht garnicht so trocken werden und müssen am nächsten Morgen dann noch feucht über den Körper gestreift werden. Die feuchten Sachen in die Packtaschen stopfen ist unsinnig. Könnte sie dann gleich abends nochmal waschen. Mit nassen Sachen los ist besser. Werden eh gleich wieder angeschwitzt. Oft war die unbedingt nötige Klimaanlage so platziert, dass man die ganze Nacht unangenehm kalt umpustet wurde. Oft war in den kleinen Nestern nix an Restaurants zu finden, was meinen europäischen Gaumen erfreut hätte und man gemütlich sitzend den Feierabend genießen konnte. Nix also, worauf man sich freuen kann, wenn man am Nachmittag ganzkörperfeucht durch die schwüle Hitze strampelt und einem nur noch eine Cola mit Snickers die letzten Kilometer schaffen lässt. Meist noch unter Eile, weil die letzten Tage gerne schon mal ab 15:00 ein starker Tropenregenguß einsetzte. Malaysia war insgesamt schon ganz hübsch, die Menschen freundlich und ich möcht’s nicht missen, aber das Land wird es nicht unter meine 10 Besten schaffen. 

Jetzt geht’s dann mit der Fähre nach Jakarta (Indonesien Insel Java.) Jakarta und das durchgängig bebaute Umland soll mit seinen 42 Millionen Einwohnern ein recht mühseliger Moloch für Radler sein. Wir wollen’s vermeiden uns tagelang durch das Chaos zu wühlen. Und überhaupt soll mal wieder etwas Abwechslung folgen und nicht nur Radeln. Mal sehen was kommt und wie sich das Land so für uns optimal bereisen lässt. Es bleibt spannend, ich bleib neugierig.