(8.52754°, 115.50710°)
Eigentlich wollten wir hier nur eine Nacht zur Durchreise verbringen. Es wurden drei daraus: ein Schnorchelausflug in die blue lagoon und ein Krankheitstag danach. Schorsch hatte schon vor vier Tagen eine Erkältung eingefangen, jetzt bin ich dran. So toll die bunten Fische am Riff sind, so betrüblich die vielfach komplett zerstörten Korallen. Durch unachtsame Schnorchler, die doof auf die Korallen treten, durch die Anker der Schiffe, die Erderwärmung und zuguterletzt Abwässer bleiben oft nur noch großflächige Trümmerfelder. An manchen Stellen sammelt sich der schwimmende Müll. Zwar gibt es hier auch ein „Wiederaufforstungsprogramm für Korallen“, aber ob das nicht nur Augenwischerei ist? Man kann schon sagen, die Bilder, die wir von fernen Ländern im Kopf haben, von Stränden, Urwald, Riffen sind seltenste Flecken – die letzten ihrer Art – die mit der Lupe gesucht werden müssen. Chaques Cousteau ist Vergangenheit. Die Wirklichkeit ist eine andere. Bali keucht inzwischen unter zu hohem Touristenaufkommen. Verkehr, Infrastruktur, Müllentsorgung sind notorisch überfordert. Die Dörfer und Orte seien selbst für die Beseitigung verantwortlich. Das kann natürlich nicht umweltgerecht funktionieren.
Schorsch:
Ab zum Fährhafen. Wieder mit Taxi und Räder zusammengeklappt im Kofferraum. Es is für uns hier Nix angenehm radelbares. Lieber einen auf „holiday tourist“ mit allen Annehmlichkeiten eines Urlaubs machen. Am Fährhafen in Pandangbai locken Schnorchelausflüge zum Mitmachen. Die Hotelwahl fällt auf was, das irgendwie auch „diving“ im Namen hat und einen Freiluft-Holzofen für Pizza.
Doch jetzt kränkelt die Dame und ist verschnupft. Mein Bedauern und die Ankündigung beim Tauchausflug an sie zu denken, löst wohl den Rachenschleim. Sie kann’s nicht lassen und mag mit. Zu dritt geht’s auf einem kleinen Schaukelschiff los zu zwei Schnorchelspots. Eine australische Taucherin ist auch dabei. Komfortabel haben wir wieder einen eigenen Schnorchelguide für uns Beide. Das Mitführen der Insta360 im dichten Tauchgehäuse macht wiedermal Spaß. Mit dem 3 Meter langen Stick kann ich jedem Fisch auf die Pelle rücken. Wenn er nicht abhaut. Sogar eine Schildkröte lässt sich filmen. Zusammen im Pulk von wild strampelnden und die letzten Korallen zertrampelden in Scharen ausgelassenen Bikinitourist*en. Bedenkenlos treten sie auf die Korallenfelder. Aber egal, is eh schon alles platt. Der Kränkelnden ist übel. Das Bootsgeschaukel war dafür förderlich. Gut für den, der weiß woher die Strömung kommt. Der kann nämlich dem ausweichen, das die Dame ins Meer kotzt. Der Schnorchelguide ist in unmittelbarer Nähe. Mag wohl zur Stelle sein, wenn es Not tun sollte. Blickt auch schon etwas grünlich durch sein Tauchbrillenglas.
All das hat dem Gesamtwohlbefinden der Dame nicht gut getan. Jetzt is se krank.
Aber ich könnt auch kotzen! Hat mir doch ein böser Thailänder ein billiges und fehlerhaftes Tauchgehäuse angedreht. All das Aufgenommene hat einen bösen Streifen. Kann ich wegschmeißen, das Teil.












