(8.58430°, 116.11146°) (8.48205°, 116.03815°) (8.35329°, 116.08671°)

Im Rückblick war es keine so gute Idee, einen Schnorchelausflug mit heraufziehender Erkältung zu machen. Schon beim Zusammenpacken und Räder montieren zog es mir fast die Füße weg. Ich fühlte mich wie nach einem 400 m Lauf. Auf der Fähre mit vier Stunden Fahrt konnte ich mich etwas regenerieren, aber nach 25 km Radstrecke in die nächste Stadt fiel ich wie tot ins Bett. Meine Atemzüge sind von Blubbern bis zum Brustbein begleitet. Wir haben uns in ein 4-Sterne Hotel zu 20 € p. P. samt  Frühstück einquartiert. Auszeit jetzt. Die Insel Lombok begrüßte uns jedenfalls mit einer hübschen, ruhigen Landstraße durch Felder und selbst die Großstadt wirkt entspannt. Touristen – hier weit und breit keine.

Danach habe ich zwei Tage vollständig mit Schlafen im Bett verbracht, bevor ich mich aufraffen konnte zum Arzt zu gehen. Zum Glück ist es nur eine Bronchitis und ich nehme brav Antibiotika um nichts zu riskieren. In zwei kleinen Etappen ziehen wir (ich per Taxi, Schorsch radelt ohne Gepäck) über die Westküste auf die Gili Insel Air. 100% Touristenbadeinsel mit Ökoanspruch, Wasserschildkröten und Korallen im klaren Wasser vor der Nase. Schnorcheln fällt für mich ja noch eine Zeit lang aus, aber Schorsch freut sich. Mal sehen, wie lange wir diesen Flair genießen. 

Schorsch:

Nach der Überfahrt nach Lombok wird gleich in der Innenstadt von Mataram ein Hotelbunker für Regenerationstage ausgesucht. Ich kann derweil ein neues Tauchgehäuse für teuer Geld erstehen. 

Da es dort aber fad is, chauffiert die Dame 30 km weiter zu einem Beachhotel mit Bungalow. Und noch ein paar Tage später weiter zur Fähre nach Gili Air. Ich radle die Strecken. Seit Langem mal wieder.  Garnichtmal so weit geht’s die Küste entlang. Aber hügelig ist’s und schieben muss ich auch mal. Tatsächlich stell ich fest, dass ich jetzt schlapp bin. 

Gili Air, Tauch-, Schnorchel- und Urlaubsinsel mit zahlreichen Annehmichkeiten für Kranke und all die Anderen auch. Keine Autos und keine Scooter mit Benzinantrieb. Hier werden Touristen auf E-Mofas, oder in Pferdekutschen transportiert. Oder treten zahlreich selber auf geliehenen Drahteseln durch die schmalen Gassen mit jeder Menge Shops und Lokale. Sogar ein sehr leckeres griechisches Restaurant hat’s. Tja, nach Monaten von original Asiafood mag ich mich garnicht schämen dort zu speisen. Und auch witzig. Die meisten Touristen hier sind sicher nicht so lange abstinent vom Westfood, und dennoch ist der Grieche proppenvoll und die indonesischen Restaurants fast leer. Hier kann man am Strandsessel lecker Juice oder Milkshakes schlürfen und übers Meer auf den Vulkan glotzen. Echt Urlaubsparadiesisch. 

Ich schnorchle bis mir die Zehen von den Flossen durchgescheuert sind. Das ist nach drei, je einstündigen, Schnorchelausflügen der Fall. Dann mag ich keine Schmerzen mehr erleiden. Hab‘ eh schon alles abgegrast. Direkt vom Hotelstrand geht’s ins Wasser. Viele bunte Fische, zwei Schlangen, zahlreiche seltsamen Planzen und sogar zwei Schildkröten kann ich nun mit dem neuen, jetzt funktionierendem Tauchgehäuse filmen. Tatsächlich macht es mir recht Spaß mit der Kamera Fischen nachzujagen und in Felsspalten zu filmen.