(8.69269°, 118.02220°)(8.45209°, 118.72748°)

Schorsch:

Von der juchzigen Walhai Schnorchelaktion erholt, geht’s erstmal mit dem Rad los. Montag is und überraschend wenig Verkehr. So lässt’s sich schön Radeln. So kann ich mich etwas mehr und entspannter auf die auch juchzige Küstenlandschaft mit Blick über die Meeresbucht und den dahinterliegenden riesigen Vulkan gucken. Indonesien hat 400 bis 500 Vulkane, davon 130 aktive. Überall blotzt einer in der Gegend rum und macht die Landschaft recht wellerig und hügelig. Auch also die Küstenstraße hier. Fast exakt kullern pro 10 Kilometer 100 Höhenmeter zusammen. Seitdem ich nach Wochen wiedermal ordentlich Luft in die Reifen gepustet hab geht’s merklich leichter dahin. Wer hätt‘s gedacht? Erkenntnis des Tages: Luftdruck nicht mit den Fingern prüfen, sondern mit der eigens mitgeführten Luftpumpe mit Druckanzeige. 

Aber die zu überwindende Strecke zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit ist zu lang. 110 Km. Nix also für uns Glamerradler die nur von Luxushotel zu Luxushotel treten wollen. Nach 35 km, rechtzeitig vor einem längeren Anstieg, mag uns ein Saatgutlieferant mitnehmen. Diesmal nicht hinten auf der Pritsche, sondern gemütlich im Fahrerraum. So bekomme ich auch mit, wie er langsam immer unkonzentrierter den Wagen lenkt, sich nervös mehrmals mit der Hand übers Gesicht wischt und garnicht glücklich wirkt. Bin besorgt, ob nicht irgendwie seine Fahrtüchtigkeit schwindet und frag‘ ihn ob er müde ist. Auf Englisch frag ich ihn das, aber das versteht er nicht. Den Sinn aber schon irgendwie. Er hebt eine Zigarettenschachtel hoch und fragt „Smoking?“ Ab der Zigarette ist mit seiner Konzentration wieder alles gut. Unterwegs werden mehrere Kundschaften angefahren und ich helfe immer unter großem Hallo und Gekichere der Kundinnen beim Abladen der Säcke. Die ganze Nachbarschaft hat wiedermal Freude an mir. 

Eigentlich war der Gedanke, sich noch für ein paar Tage zwei Roller zu mieten und über die Berglandschaft der Insel zu stöbern. Bei der Fahrt über Berg und Tal auf dem Beifahrersitz des Kleintransporters schleicht sich der Gedanke ein, nun schon alles gesehen zu haben. Im vor wenigen Tagen eröffneten Hotel unserer Wahl und auch dem einzigen in der eigentlich etwas größeren Stadt lässt es sich wieder optimal verweilen, speisen und planen. 

Das mit‘m Roller lassen wir jetzt und streben gleich in Richtung zur Insel Flores.