(8.66193°, 119.56870°)

Unser Schiff ist sehr hübsch, klassisch alles wunderbar aus Holz. Und überraschenderweise bekommen wir die Master Cabin mit Balkon zugeteilt. Später erfahren wir, zwei Paare haben ihre Buchung storniert, so dass wir wohl upgegraded wurden. Wir fühlen uns wie Millionäre. Es sind 9 Crewmitglieder bzw. Guides, die sich um 7 Gäste kümmern. Der frisch gepresste pinkfarbene Drachenfruchtsaft steht zur Begrüßung schon bereit. Ein russisches, ein chinesisches Paar und eine Niederländerin. Ausser unserem Schiff ziehen geschätzt 80 weitere Richtung Nationalpark. Die Distanzen bewegen sich zwischen ein bis drei Stunden Fahrzeit. Alle fahren die gleichen Spots an, aber egal, im Ozean ist Platz für alle.

Um die Inseln gibt es seltsame und sehr starke Strömungen. Einmal hat man zwischen zwei Inseln das Gefühl man fahre mit Steigung flussaufwärts. Auf offener Strecke wechselt oft spiegelglatte See in belebtes Wasser mit Wellenkämmen oder in gurgelnde Wirbel von einem zum anderen Meter. So springen wir am ersten Schnorchelspot vor Kanawa Island aus unserem Beiboot und treiben einfach mit der Strömung über die Korallenfelder. Anfänglich liegen diese etwas tiefer, ca. 3 m unter uns. Bunt, bizarr, die Weichkorallen in der Strömung wogend. Je flacher das Wasser wird, desto zerstörter die Strukturen. Wiedermal. Dennoch, der Anblick ist berauschend. So viel Leben, Formen, tanzende Lichtreflexe und der Blick in das weite tiefe Blau jenseits der schräg abfallenden Riffkante. Das Gehirn kann die Menge an Eindrücken kaum erfassen, jeder erhaschte Augenblick ist flüchtig und dabei so einmalig. Zartes, Filigranes, klein neonblau leuchtend und blendend, dann wieder unscheinbar oder in dattem Gelb strahlend. Da sind harte Hirnkorallen mit ihren Windungen, flaumzarte röhrenartige Weichkorallen oder Anemonen in denen sich die kleinen Fische verstecken. Unüberschaubar die Vielzahl an unterschiedlichen Fischen in Größen zwischen 1 – 40 cm. Nach 500 m gabelt uns das Beiboot wieder ein.

Nächster Schnorchelstop: Mantapoint. Nicht immer bekommt man hier die Tiere zu Gesicht. Wir sehen sechs davon. In ihrer Bewegung mäjestätisch wirkend, schweben sie knapp über dem Boden in etwa 7 Meter Tiefe unter uns dahin. Gibt man in die Flossen richtig Kraft, kann man ihnen auch mal 50 Meter folgen.

Takar Makassar: der Fotostop für Selfies. Eine Sandbank im türkisfarbenen Flachwasser, besetzt von hundert Bikinis, Burkinis, Badeanzügen und Badehosen. Und von genausoviel Handys im vollen Einsatz.

Am Abend platziert sich unser Schiff vor Padar Island. Das Sternenfirmament wird mit großem Kino über den blutorangen Horizont gezogen. Das unendliche Universum lässt grüßen. Welch ein Leben!