(-8.74919°, 121.84776°)(-8.76513°, 121.81205°)

Die heutige Etappe von Ende nach Moni ist recht kurz geplant, weil wir noch zu den Kraterseen des Kalimutu wollen. Kurzzeitig bleibt mir auf der Fahrt das Herz stehen, weil die Halterung mit meinem Handy vom Lenker abstürzt. Mit Knie und Fuß kann ich sie im Sturz noch etwas abfangen, dann Adieu – ab auf den Asphalt. Moooaah!!!!Ohne Handy bin ich quasi lebensunfähig. Visas, Banking, Passwörter, Zahlfreigaben der Visakarte, Ausweis-ID und weiß der Himmel was noch alles fliegen an mir vorbei. Wer ein neues Handy gekauft hat, dem ist klar, dass die Migrierung gerade für die sicherheitsrelevanten Apps nicht problemlos ist. Vorallem wenn das Altgerät nicht mehr zur Verfügung steht. Supergau. Zum Glück ist kein Verkehr und Himmel sei Dank und auch Apple sei Dank, dem aufgelesenen Handy fehlt gar nichts. Eine Plastikleiste der Halterung – chinesische Billigware – hatte unsere Schüttelstrecken nicht überstanden und war gebrochen.

Unser Gepäck können wir am Zielort Moni schon in unserem Zimmer mit Aussicht lassen, bevor wir die Bergstraße hochcruisern. Zunächst durch Felder, dann vorbei an riesigen schönen Bäumen, wohl Timor-Eukalyptus. Die Baumkronen sind frühlingsgrün hell, die hohen rötlichen Stämme gabeln sich in Äste, die wie abgeknickte Ellbogen skurrile Bewegungen vollführen. Später geht es unter Baumfarnen hindurch. Vom Parkplatz des Nationalparks wandern wir noch ein Stück zum ersten Aussichtspunkt. Uaah – was für eine Farbe! Wie ausgelaufene Acrylfarben – Marke Amsterdam. Der vor uns liegende See kräftig türkis, der entferntere See milchtürkis. Beide vollkommen deckend und undurchsichtig. Mineralien und Gase sind dafür verantwortlich. Die Kraterwände in ockergrau bis schwefelgelb. Sieht alles ziemlich außerirdisch aus. Beim weiteren Anstieg reizt uns die schwefelige Atemluft entsprechend. Kleine Affen hat es auch. Die nähren sich von Büschen, die unseren Blaubeerbüschen ähneln. Die Beeren sind hier allerdings grün. Eh klar, hier ist irgendwie alles fehlfarben. Weil ich mich am nächsten Aussichtspunkt zum Malen hinsetze und phasenweise von Kindern umlagert werde, hat Schorsch Spaß daran die Selfieknipser, die mich vorher und intensiv vor ihrer Linse hatten, gleichfalls nah zu filmen. Ich höre hinter mir nur Gekichere und Gelächter.

Schorsch:

Die Reiseleitung hat die Unterkünfte die ersten 6 Tage schon vorgebucht. Das ist hier recht sinnvoll. Hier gibts wenig Hotels, oder überhaupt ein Bettchen und die Entfernungen dazwischen oft recht weit. Zu schaffen sind maximal 160 Km am Tag. Und auch die Straßenbeschaffenheit wird von der Dame vorab im Internet recherchiert. Und tolle Touriplätze aus dem Reiseführer rausgefischt. Und fast alle finden wir auch. Ich wäre wiedermal, wie immer, einfach losgefahren. Wäre bestimmt wieder in unangenehme Situationen gekommen. Gut so, jetzt. Und ich bin froh, dass ich nur hinterher schuckeln brauch und Spaß an den Kurven hab und mich um nix kümmern muss. Pauschalreise. Ich darf sogar auf einen Wanderausflug. Mit den Motorrädern zunächst hoch zum Parkplatz und dann zu Fuß zum Kraterrand. Drei mit Wasser in unterschiedlichen Farben gefüllte Vulkankrater sollen begeistern. Ein See dampft etwas vor sich hin und Schwefelwolken ziehen umher. Ganz oben mit Blick zu allen drei ist Sammelpunkt für Bewunderer. Scheinen nur Einheimische mit vielen Kindern und viel Geknipse, außer uns und da zu sein. Die Frühaufsteher unter den Touris sind wohl zahlreich zum Sonnenaufgang hochgewetzt. Petra malt ein hübsches Bildchen und gelangt in den Fokus der Umherstehenden. Irgendwann haben sich alle Anwesenden gegenseitig zur überreifen Genüge abgelichtet, dann sind wir dran. Ich muss mit fast Allen und da mit jedem Einzelnen für ein Bild in die zahlreichen Linsen grinsen. Dafür traue ich mich auch schamlos in Nahfilmaufnahme mir so Manche vorzunehmen. Arges Gegluggse und Gekudere.