„Nimm dich nicht so wichtig“, muss ich mir vor Augen halten, nachdem ich wie ein HB-Männchen in die Luft ging. Grund: aus unerfindlichen Gründen bin ich aus WhatsApp rausgeworfen. Vielleicht habe ich versehentlich irgendwo falsch hingetippt, als ich mit einem Fahrer Kontaktdaten austauschen wollte. Keine Ahnung. Die Überprüfung – kann 24 h dauern! Wo hier eigentlich jeder Austausch nur über WhatsApp läuft, wir beispielsweise den Ticketkauf für die Fähre darüber abwickeln müssen. Zusätzlich musste ich später noch eine Information an die Künstlersozialversicherung online senden. Neuerdings nur noch über Bund ID möglich. Ja super eigentlich, Deutschland macht digitale Fortschritte. Ein bis zwei, oder waren es drei Stunden sollte man allerdings im Ausland für die neue Anmeldung und die Weitergabe einer einzelnen Textzeile schon ansetzen. Dann kommt tatsächlich schon eine Mitteilung von WhatsApp, ich solle die App verifizieren. Mit einem code, den ich per SMS an meine deutsche Handynummer erhalten sollte. Nichts kommt an, nichts klappt. Die Stechmücken am Pool greifen jetzt konsterniert und im Pulk an. Schorsch will deshalb sofort sein Handy, mit dem ich gekoppelt bin, weil ich nur lahmes ltd habe. Alles auf einmal – Jesusmaria!
Also zwei Bierflaschen später, beim alleinigen Abendessen getrunken, die Erkenntnis: Nimm dich nicht so wichtig, bei dem Blick in der Nacht auf eine Wellblechhütte gegenüber. Mit Lichtspot auf aufgeräumte Bretterverschläge die wohl tagsüber nasi oder mie goreng verkaufen. Zaghafte Versuche mit Pflanzen zu verschönern. Ein Kind verschwindet hinter einer Blechtüre, ein junger Mann schiebt einen mobilen Essensstand vorbei. Das sind hier die Realitäten.
Nimm dich nicht so wichtig!
Morgen werden hoffentlich Lösungen aufpoppen.


