(-8.27803°, 124.40586°)

Eigentlich sollten wir heute auf einem Schnorcheltrip unterwegs sein. Wieder mit Achmad, weil vom Hotel empfohlen, aber es war ein Debakel. Beim Abholen bekam ich Flossen, die mir viel zu groß waren und mir beim Bewegen vom Fuß fielen. Achmad hatte gar keine Idee, dass Flossen anprobiert werden und passen müssen. Um das ganze noch mit dünnen Neoprensocken hinzukriegen – so dachte ich – wurde bei dem „Verleiher“ zuhause angehalten, aber es gab nur Tauchschuhe, die benötigen aber Flossen mit Verschluss, die es nicht gab. Achmed versprach später noch passende Flossen zu organisieren.

Auf einem kleinen Boot mit Bootsmann und Achmads Frau (In Hijab, statt eines versprochenen Schnorchelguides) ging es wackelig durch die ziemlich starke Strömung zum Ableger der Inselboote nach Kepa. Dort erwartete uns Achmad mit zwei paar Flossen, die aber nicht mit Verschluss waren. Ein Paar hätte mir sogar gepasst, aber Achmad war so sauer, weil Schorsch – ohne passende Flossen – die ganze Aktion stoppte, dass versehentlich eine passende Flosse über Bord ging. Vielleicht besser so und ein Wink des Schicksals, denn ohne professionellen Schnorchelguide war die ganze Unternehmung in den unsicheren Gewässern leicht riskant. 

Zwischen den Inseln verläuft ein schmaler Graben, der 1000 Meter tief ist. Deshalb ist die Unterwasserwelt hier so besonders, wenngleich nur für Erfahrene Taucher aufgrund der Strömungen. Manchmal durchwimmen sogar Blauwale die Rinne neben Delfinen, Hammer- und Riffhaien,  und andere große Fischen. Wir werden deshalb sicher woanders Schnorcheln.

Allmählich freuen wir uns auf neue Reiseziele. Hier in dieser abgelegenen Ecke Indonesiens braucht es Geduld mit den Gegebenheiten.

Schorsch:

Irgendwas hatte mich zum Schwitzen und Ermatten gebracht. 3 Tage mit Fieber, im zum Glück einigermaßen komfortablen Hotel. Das Essen im Hotelrestaurant war nicht so lecker. War aber nicht so schlimm, weil ich eh meist Nix gegessen hab. Am Regenerationstag klappern wir mit dem Scooter die Insel nach möglichen Resorts zum Schnorcheln ab. Garnichtmal so einfach. Hier wird Erstens fast nur getaucht und Zweitens ist’s viel zu teuer und Drittens überall ausgebucht. 

Ein wegen Krankheit nachgeholter Schnorcheltag mussten wir aus Sicherheitsgründen absagen. Der Möchtegern all-in-one Touriguide für alle Aktivitäten auf der Insel, hat sich als Pfeife herausgestellt. Null Ahnung was Schnorchler als Equipment benötigen, ist er mit jämmerlicher Ausrüstung angetanzt und hat uns in eine schaukelnde Nussschale gesetzt. So ging’s erstmal durch die starke Strömung dahin. Zwischen den beiden Inseln zischte das Wasser durch, wie in der Isar bei uns daheim. Mal hin, mal zurück, je nach Flut oder Ebbe. Gerne auch mit viel großen Strudeln. Das Schiffsruder ist mit Seilzug an ein Lenkrad montiert. Leider ist das Holz schon recht morsch und das Lenkrad verliert die Führung. Das Schifflein ist zeitweise manövrierunfähig, bis der Kapitän als einzigstes Chrewmitglied den Mechanismus wieder zusammengefummelt hat. Seine Augen werden dabei immer größer und der Gesichtsausdruck besorgter. Alles Nix für uns, wir brechen ab. Zu gefährlich. Hab kein Vertrauen in die Mannschaft. Überall wird von der starken Strömung gewarnt und es sei wichtig ein erfahrenen Guide zu haben.

Schimpfen tut er schon, der Typ mit seinen schäbigen Flossen. Macht nix. Das Bötchen schaukelt uns zum Aussteigestrand zurück. Wir lassen die Pfeife stehen und nehmen ein Sammeltaxi zurück.