Wie in einem anderen Film fühlen wir uns nach Indonesien in dieser blitzsauberen, modernen Metropole. Überraschenderweise lässt sich Singapur ideal mit dem Rad erkunden. Wahrscheinlich ist die Metro hier so perfekt organisiert, dass kaum einer mit dem Auto fährt. Es ist wenig Verkehr, meist teilt man sich mit den Fußgängern 5 Meter breite Gehwege und trotz Hochhäuser gibt es viel Grün oder Wege entlang am Wasser. Über das historische Zentrum in dem noch etliche herausgeputzte Kolonialgebäude stehen, gondeln wir im Zickzack Richtung Marina Bay und weiter zu den Supertree Groves. Was ein phantastischer Park, was für unglaubliche Pflanzen. Auch hier ist nicht viel los. Dafür füllt sich am Feierabend die Uferpromenade um so mehr, vorzugsweise mit Joggern. Es wird gelaufen was das Zeug hält. Jedenfalls genießen wir sehr die Sauberkeit und eine Stadt gänzlich ohne herumliegendem Müll, Raucher oder sonstiger Rauchschwaden.
Tags drauf radeln wir zu unseren Fahrradteilen, entlang des Singapur River, später auf einer ehemaligen Bahntrasse. Ein richtiger Radlausflug. Schorsch bekommt eine neu eingespeichte Vorderradfelge mit Dynamo, ich einen neuen Reifen, weil der alte am Rand schon aufgerissen war. Womöglich fuhr ich schon länger mit zu wenig Luft. Das timing passte jedenfalls recht gut. SK, unserer Fahrradmechaniker, ist Anlaufstelle vieler Langzeitradler und kennt sich zum Thema gut aus. Als neuen Reisetipps gibt er uns Nepal mit auf den Weg. Mal sehen, ob wir das mit der Jahreszeit neben Dharamsala, Darjeeling und Assam auch hinbekommen, wenn wir erst in Indien sind.
Schorsch:
Singapur: Alles, alles komplett anders. Hier ist Frau/Mann wohl darauf bedacht sich in moderner und extravaganter Architektur auszutoben. Im Stadtstaat ist’s ein seltsamer Zwiespalt. Zum Teil sehr enge Bebauung, schon ein bisschen wie in Tokio. Hier hat’s auch wieder diese Schubladenhotels oder Hotellzimmer mit satten 9 qm. Aber drum herum sind viele große Grünflächen und auch Dschungelbereiche. Für Fahrradfahrer ist auch ein gutes Durchkommen. 700 km Radwege hat’s. Oft aber muss man die Strecke mit zahlreichen Joggern teilen. Eigentlich moderater Verkehr. Keine Scooter flitzen und Keiner hupt. Vor offenen Kanälen oder fehlenden Deckeln muss ich nicht mehr auf der Hut sein. Alle Löcher sind gefahrlos zu. Auffällig wenig Verkehr. Flitzen wohl die Meisten mit der U-Bahn hin und weg und ins Büro.
Ein Multikulturelles Völkchen und auch viele Langnasen sitzen wohl untertags in den zahlreichen Bürohochhäusern und toben sich abends dann beim Rumlaufen aus.
Und weil’s auch einige Radler gibt, gibt’s auch die nötigen Ersatzteile für uns. Bei Green Basikal bekomme ich ein neues Vorderrad, das Lager des Nabendynamos war hinüber und eine neue Kette. Meine Rohloffnarbe bekommt neues Öl und überhaupt Öl, war nämlich garkeins mehr drinne. Und ich bekomme neue Pedale. Das Rechte ist vor tausenden von Kilometern abgerissen und da nur durch eine Billigversion ersetzt worden. Petra rollert jetzt mit einem glänzend neuen Hintermantel. Ich entdecke, dass mein Vorderreifen zwischen den Blöcken aufgerissen ist. Man kann schon teilweise die blaue Pannenschutzschicht sehen. Sekundenkleber hilft, sagt SK. Schließlich ist die Karkasse, die alles zusammenhält, weiter unten. Mal sehen.
Alles auch hübsch und professionell eingebaut. Natürlich zu nicht ganz günstigem, in Singapur üblichen Stundenlohn. Singapur zählt weltweit zu den Ländern dmit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen. Der Chef, SK, war vor 20 Jahren auch schon auf recht großer Fahrradtour. Is im Norden von Finnland los und für eineinhalb Jahre auch fleißig, fleißiger als wir, anschließend heimgetreten. Jetzt kann er gerade nicht los. Muss mithelfen seine 4 Kinder großzuziehen.




























