(42.46372°, 76.23259°) (40.52222°, 72.80302°)

Jetzt ist erstmal wieder genug mit treten. Vor uns liegen 516 Kilometer und 4700 Höhenmeter durch Steppenlandschaft und tollen Schluchten nach Osch. Sehr interessante sagenhaft tolle Landschaft. Ist genauso hübsch, wenn man durchs Taxifenster blickt. Wieder ein Kurzentschluss. Eigentlich wollten wir nach Bischkek treten. Angeblich verkehrsreich, 180 km weit und 1000 Höhenmeter runter. Davon 120 km ohne Übernachtungsmöglichkeit und wenig Kaltgetränke-Buden. Von Bischkek müssten wir dann die selbe Strecke zurück und weiter nach Osch. Fragwürdig ob da ein Überlandbus fährt und uns auch noch mitnimmt. Und überhaupt. Die Cheffin ist kränklich. Der Hals schmerzt, die Ohren sind taub und die Nebenhöhlen sind zu. Garnicht gut. 

Petra:

Gestern abend war unser Plan, uns mit dem Fahrrad in Richtung Bischkek aufzumachen. 180 km durch Bergschluchten und Täler, allerdings auf der einzigen engen und kurvigen Hauptstraße. Die erste Unterkunft nach 120 km. Am Busbahnhof checken wir unsere Optionen direkt nach Osch zu kommen. Am Ende sitzen wir bequem in einem Van und lassen uns 500 km für 220 € durchs Land gondeln.

Mit Musik in den Ohren, tanzen in den Orten die schiefschrägen hellblau abgeblätterten Gartenzäune vorbei, meist mit weißen Rauten als Muster. Die kleinen einfachen Häuser, weiß oder lehmfarben stehen hier weit auseinander. Dazwischen Staubstraßen, mal ein Kiosk, ne Tanke und gerne auch Schiffscontainer und Bauwagen. Recht beliebt hier. Raum und Fläche hat es in dieser Ecke ausreichend. Außerhalb der Dörfer weitet sich in der Ebene mit ihren kargen Feldern oder steppenhafter Wiese alles bis zu den Schneegipfeln. Dort nur baumlose Leere und Verlassenheit. Weite. Roadmovie. Tagträumerei. Wie als Kind beim Blick durchs Fenster. Stundenlang. Jetzt und hier: mitten in Kirgistan.

Hingehauchte Farbverläufe von zartem Ockersenfgrün zu Lidschattenmauve. Immer wieder tauchen Friedhöfe im Nirgendwo auf. Die Mausoleen mit ihren Kuppeln, Türmchen und Portalen wirken wie alte Siedlungen. Es geht durch enge felsige Schluchten, bevor es später wieder bergab in das Fargona-Becken geht. Sanftgoldene Hügel erstrecken sich hinter dem Staub der Straße. 

Folgetage:

Die verschleppte Halsentzündung wird zunehmend unerträglich und trotz Bettruhe wird es nur noch schlimmer. Schmerzen wie nach einer Mandel-OP treiben mich zum Arzt. In einer Privatklinik und nach 3 Minuten Wartezeit nimmt mich jener unter die Lupe und klar, verschreibt mir für mindestens sieben Tage Antibiotika. Schlafen geht nur noch aufrecht sitzend im Bett, verbunden mit üblen Albträumen. Das muss jetzt einfach ausgesessen werden. Unser neues Zimmer ist in dieser Situation wirklich segensreich. Das Hotel ist sauber und die Betten gemütlich. Gerade Recht um sich auszukurieren und den blog wieder auf aktuellen Stand zu bringen.

Zu abend gegessen wird in einem Restaurant fünf Minuten zu Fuß entfernt. Erinnert mich hier an die Grünwalderstraße. Kein Wunder, 3 Minuten in die andere Richtung ist das Trainingsgelände und Stadion des hiesigen Fußballclubs FC Alay Osch. Die sind auch richtig gut und spielen hier in der Premier League. Am hohen Maschendrahtzaun hängen die Fans und bewundern die Sportlichen.