(39.77322°, 64.42317°)

Die Innenstadt ist mit Guesthouses, Hotels und Läden für Touristen gepflastert. Wir fremdeln deshalb etwas. Viel Handwerkskunst – Mützenmacher, Miniaturmaler, Messingverarbeiter werkeln unter Arkaden. Teppiche, Schals, Keramik und Kleidung, alle bunt gemustert, durchaus hübsch, locken aus jeder Ecke. Die Tim und Toqs sind historische Kuppelgewölbe unter denen sich die Stände dafür biegen. Das historische Ensemble innerhalb der Stadtmauer ist teils sehr herausgeputzt, scheint aber in seiner Vollständigkeit einmalig und eine Besonderheit zu sein. Bis vor hundert Jahren war die Stadt extrem abgeschottet, was die Bausubstanz sozusagen konservierte. Während Samarkand früher die Stadt der Händler war, war Buchara der Ort des Glaubens. 

Wir steigen hier nicht so tief in Besichtigungen ein. Uns quält Anderes. Vor einem Monat, während ich Antibiotika gegen meine Halsentzündung einnahm, hatten wir beide auch böse entzündete Nasenschleimhäute mit schmerzhaften Verkrustungen, entzündete Flecken im Gesicht und ich später auch an der Brust. Erst viel später kommt Schorsch der Verdacht, es könne etwas Ansteckendes sein. Die KI wird befragt und zu den Symptomen wird Nasenherpes, Borkenflechte oder Herpes ausgespuckt. Während bei Schorsch das Ganze nach einer Woche verging, blühte bei mir alles auf. Ich hatte ja Antibiotika genommen und war deshalb vielleicht ein offenes Scheunentor. 

In Samarkand versuchten wir einen englischsprachigen Arzt zu finden. Vergeblich. Also läuft alles per ÜbersetzungsApp. Die verschriebenen Mittel zeigen nach 10 Tagen zwar Wirkung, wirklich ausgeheilt sind vorallem die Stellen an der Brust nicht. Weil die Medikamente aufgebraucht sind, geht es heute also zu einer dermatologischen Klinik. Tja, und der dortige Histologe meint, das sei aber eine Dermatitis. Insofern gut, weil nicht ansteckend und nicht jedes getragene Teil mit kochendem Wasser desinfiziert werden muss oder jeder versehentliche Griff ins Gesicht zum Desinfektionsmittelspray. Dafür erhalte ich wieder andere Medikamente, zum Glück auch natürlichere Mittel zur Unterstützung, wie Omega3 Tabletten und Enzyme (hier stellt sich heraus, dass die mein Magen nicht verträgt). Ansonsten wird dir in jeder Apotheke sofort Antibiotika zugeschoben und einfacher Kamillentee oder -salbe ist unauffindbar. Erkenntnis: Arztkonsultation nur noch bei extrem ernstem Notfall.

Später kommt dann aber noch hinzu, als ich wieder einigermaßen hergestellt bin, schwächelt Schorsch mit Schüttelfrost und Fieber. Wir verschieben unseren Aufbruch nach Xiva. Die Zugtickets verfallen ungenutzt. Ist jetzt eben so.