A u s d e h n u n g . 400 km gleichbleibende Landschaft aus mehr oder weniger trockenen Püscheln auf flachen Sandwellen. Unser junger Fahrer – leider nur usbekisch sprechend – hält sich mit Zigaretten und Kauen von Melonenkernen munter. Auch die usbekische Musikbibliothek die er aufbietet ist gut sortiert und gut anzuhören. Alle 80 km tauchen Polizeiposten im Nirgendwo auf, an denen rechts rangefahren werden muss. Eine prophylaktische Vorsichtsmaßnahme in der Eintönigkeit um Übermüdete zu erkennen oder diese zumindest zu erinnern, dass Einschlafen hier tödlich sein kann. 

Was für eine Aufgabe es früher gewesen sein muss, eine Karawane hier durchs endlose Gelände zu führen. Zudem war Xiva vom Mittelalter bis zur russischen Machtübernahme umzingelt von Räuberklans. Die Stadt selbst war gegenüber fremden Besuchern auch nicht gerade zimperlich. Die wurden einen Kopf kürzer gemacht. Eine verbotene Stadt über Jahrhunderte.

Die Fahrt dauert verdammt lange und die Straße wandelt sich über etliche Kilometer zum Desaster. Offensichtlich hat unser Fahrer die Länge der Strecke unterschätzt oder sich selbst verkalkuliert. Wir hatten vorher einen festen Preis vereinbart. Jedenfalls gibt es zum Ende hin noch unangenehme Diskussionen, beziehungsweise, was die TranslatorApp daraus macht. Aber ich glaube, dies war das erste Mal auf unserer Reise, dass an einer Vereinbarung gerüttelt wurde (aah nein, da fällt mir Achmed auf Alor wieder ein!). Am Ende gehen wir aber auch wieder freundschaftlich auseinander.