Ok, das alte Xiva ist ein einziger Verkaufsmarkt für Touristen. Nach dem Wochenende stellen wir fest, dass Wochentags sogar Eintritt verlangt wird. Wunderschön trotzdem. Es gefällt uns ausnehmend gut hier.
Die Altstadt ist klein und komplett von einer Stadtmauer umschlossen. Weil vor zweihundertfünfzig Jahren von persischen Usurpatoren böse zerstört, sind die meisten Bauwerke, anders als man denkt, auch nicht älter. Macht aber nix.
Die Nächte sind hier schon empfindlich kalt und auch tagsüber pfeift unangenehmer Wind durch die engen Gassen. An den Ständen also Winterware. Kamelhaarleggings, die in der Sonne eher wie Synthetik glänzen, Socken, angeblich mit Hermelinhaaren, Pelzmützen aus Persianer und anderem Getier. Wirklich handgemacht sind die dicken bunt gemusterten Strickhausschuhe, die hier jede Museumswärterin oder -kassiererin in einem fort vor sich hinstricken. Und Museen sind hier viele! Egal ob in einer Moschee, im Hof eines Mausoleums, am Eingang eines Minaretts oder im Restaurant – aus jeder Ecke quellen sie. Andernorts waren die Museumskräfte nur im Handy vertieft, da ist Stricken sicher meditativer.
Das hiesige und noch junge Foto-Trampeltier wirkt ebenfalls ganz zufrieden. Meist sonnt es sich und vermutlich sind die fünf Runden, die es mit seltenen Reitgästen im 15 m Radius tapert sogar willkommene Abwechslung. Die Belohnung erfolgt mittels Obsteimer vorab.
Vor der Stadtmauer des alten Xiva entstehen ganze Stadtteile, die nur dem Tourismus dienen. Archtektonisch immerhin einigermaßen sensibel an die Lehmarchitektur der Altstadt angepasst. Ob hier allerdings ein altes gewachsenes Wohnviertel dafür platt gemacht wurde, ich weiß es nicht (laut ChatGPT – ja). Jetzt am Ende der Saison wirkt es in der Avenue unseres Hotels verwaist und ausgestorben. Gebeselt wird aber immer. Überhaupt ist es in diesem Land eigentlich immer überall blitzsauber. Eine Wohltat. Nur eventuell mengt sich an Landstraßen mal geringer Plastikabfall zwischen die Baumwollfuddel, die die Ernteewägen verlieren. Nach Südostasien drücken wir da aber unbedingt ein Auge zu.
























































