Petra:

Am Morgen wird mir klar, welch Luxus es ist im Schlafanzug schlafen zu dürfen. Der stand nämlich schon auf der Gewichtseinsparliste. Jedes kleine Teil wird plötzlich wertvoll. Ein Adapter, ohne den sich der Kindle nicht laden lässt, ein kleiner Imbus, ohne den sich der Sattel nicht festdrehen lässt, der Puffergummi an den Befestigungshaken unserer Radltaschen, damit diese fest sitzen und nicht rütteln. Alles ist nur einmal vorhanden und die Schnallen an Taschen und Rucksäcken sehe ich mit neuen Augen. Da darf nichts kaputt oder verloren gehen!

Laut ADAC ReiseApp „trips“ ist Bari noch eine wenig touristische Stadt. Aber die Stadt ist voller voller Leute. Offenbar keine internationalen Touristen, vielmehr Italiener oder Hiesige, die bei angenehmen 17 Grad Frühjahrsluft schnuppern.

Die alten Steine und Mauern der Altstadt strahlen in der Sonne in einem warmen sympatischen Ton. Eine helle Ockerfarbe in Verbindung mit dem hellblauen Himmel und türkisfarbenen Meer ist ein herrlicher Anblick. Die Altstadt – ein enges Gassengewirr. Eine Gasse ist berühmt als Nudelstraße. Auf einfachen Holzbrettern nudeln Frauen ihre handgemachten Orecciete und einige Kinder verteilen sie zum Trocknen auf weitere Bretter. Das wirkt alles schon fast orientalisch und ganz sicher sind da historische Einflüsse, denn die Region war früher Durchgangspunkt der Kreuzzüge, die etwas weiter ab Brindisi übers Meer zogen.

Weil Regen angesagt ist, radeln wir schon am frühen Nachmittag zurück in unsere Bleibe. Unser Blog soll auch mal angegangen werden und unsere Reisetage hängen uns noch in den Knochen

Schorsch: 

Regnerisch im Abseits

Das Frühstück ist Selbstbedienung aus Plastikverpackung. Der Espresso ist bei der Herbergsmutter orderbar und ordentlich. Getränke, hier in seiner reinsten Form – Wasser, werden auch im Plastikbecher zugereicht. Überhaupt lieben es die Menschen hier in der Gegend viel Plastik zu verwenden und in den Straßengraben bunt zu verteilen. Ist mir gestern schon aufgefallen und wird mir auch heute dargeboten. Beim Radeln in die Innenstadt von Bari, vorbei am Straßenstrich und etwas heruntergekommenen Siedlungen. Vor mir tritt eine Frau im Morgenmantel aus ihrem Garten und wirft den Müllsack gegenüber in den Straßengraben. Der Müllbeutel gesellt sich farbenfroh zu seinen Kollegen und bildet so eine hübsche Abwechslung zum frühlingshaften erblühen der Graben-Pflänzchen und zum Unkrautgras.

Von der mit Fußgängern belebten Hauptstraße im Zentrum von Bari zweigen kleine, enge Verbindung in hübsche Gässchen ab. Ein Highlight der Stadt sind die handgerollten und zur Ohrmuschel geformten Nudelvariante. Auch gleich ein Tummelplatz für viele Touris. Es ist fast schon zu eng dafür unsere Fahrräder da durch zu manövrieren. Mancheine/r  guckt böse.

Ansonsten ist am Sonntag ein fröhliches Gewirr von spielenden Kindern der Stadt und Touris, die sich allesamt munter durch die engen Gassen schieben und viiiiele Handyfotos knipsen (Touris) und flitzen (Kids der Stadt).

Nach der vernünftigen Mittags-Pizza, das Lokal hat eine Auszeichnung zu den 50 besten Pizzerien in Italien zu gehören, treibt es uns zurück zum B&B am Stadtrand. Regen und Wind ist angekündigt.