Petra:

Heute geht’s zurück in die Altstadt von Bari. Täglich fahren wir an den gleichen Grobmüllhaufen vorbei, die sich an Feldern und Grundstücken sammeln. Das ist schon grundlegend anders hier, im Vergleich zum nördlichen Italien.

Zunächst an der Meerespromenade entlang, die mich an den Malecon in Havanna erinnert. Danach besichtigen wir die Kathedrale und die Kirche des Heiligen Sankt Nikolaus. Im Gassengewirr finden wir über eine Wegmarkierung aus dem Mittelalter dorthin. Zur Orientierung für die Kreuzritter wurden schwarze Pflastersteine verwendet, die verbinden zum Beispiel die zwei wichtigen Kirchen. Vor dem Grab des heiligen Nicolo finden sich einige tiefgläubige Menschen ein, die knien, beten, sich unzählige Male bekreuzigen. Er ist der Heilige für Seefahrer, Kinder und Jungfrauen. Aus der Kälte kommend, ist es in dem von Kerzen gewärmten Gewölbekeller sehr wohlig, worauf ich in einen Sekundenschlaf verfalle und fast von der Kirchenbank kippe.

Schorsch:

Montagstrubel

Der Regen ist futsch, der Wind zischt ganz schön und pfeift durchs B&B. Durch den  morgendlichen Verkehr, rein nach Bari-City. Man muss schon etwas auf der Hut sein, um nicht zu sehr von den fahrenden und gleichzeitig telefonierenden (hab gerade noch in BR24 gelesen, dass schon tausende Italien der Führerschein wegen Telefonieren am Steuer abgezwickt wurde) Machos ausgebremst zu werden. Der kühle Wind bläst uns durch die hübschen Gässchen von Espressobar zu Kirchen zu Espressobar, und natürlich, zu einem Gassenrestaurant mit den Nudeln des Ortes, Oriecchiette. Mit Rückenwind geht’s noch etwas die Promenade Richtung Süden entlang. Da is aber Nix und wir landen in einem Feudalcaffée mit lecker heißer Schokolade und lecker Tirami Su. Irgendwie passt das noch nicht so ganz zum Budget-Sparplan von Langzeit-Weltreisenden.

Langzeitreisen für Alte und das Equipment dafür.

Es soll per Bahn, Bus, Fähre und Fahrrad vorwärts gehen. Wird es mit dem Radl irgendwo zu mühselig und/oder wahrscheinlich unschön und unpassend für uns, sollen die Räder verpackt und transportiert werden. Beide Räder sind Falträder und im endklappten Zustand vollwertige Mountainbikes. Changebike aus Thaiwan. Gefaltet ist ein Rad 1,1m lang, 80cm hoch und 40cm breit. In einer Tasche geht das Rad als Gepäckstück durch und nicht als Fahrrad. Es passt so in die Großkofferablage in der Bahn. Bisher war’s zumindest so und hat problemlos funktioniert. Die Räder sollen so verpackt auch mal schnell auf einem Pickup, dem Dach eines Sammeltaxis oder in einem Reisebus unterkommen. Das hatte in Indien und China schon mit sperrigen Normalfahrrädern geklappt, aber mühselig. Das wird jetzt sicher einfacher. Petras Changebike ist ein 27,5 Zoll MTB im Originalzustand mit Federgabel und Steckpedalen. So auf der Frankfurter Messe Eurobike direkt am Messestand von Changebike abgekauft und natürlich günstiger wie normal. Lediglich die Reifen, das Licht, der Gepäckträger und die Federsattelstütze sind nachgerüstet.

Ich hab nur den Rahmen aus Thaiwan bestellt und selbst aufgebaut. Die sehr nette Alice von Changebike hat mir noch die Radtasche zum Verpacken und die Steckpedale draufgelegt. Und, deshalb mag ich sie auch hier extra loben, Sie hat uns später kostenlos zwei Ersatz-Ausfallenden zugesendet.

Mein Rad ist zusammengeflickt mit einer Rohloff Schaltnarbe mit 29 Zoll Schwalbe Al Grounder. Pannenschutz Reifen, stabile Federgabel von RockShox, Nabendynamo, große Bremsscheiben (ich weiß ja, dass was Schweres eingebremst werden muss), Parallelogramm-Federsattelstütze und Edelstahl-Gepäckträger. Der soll dauerhaft die je 35 Liter Ortlieb Taschen tragen. Für das Frontgepäck dient ein Aluträger auf den der Rucksack platziert werden kann. Im Rucksack ist z.B. das Laptop, das sonst in keiner Lenkertasche Platz hat. Die DJI Mini 4 Pro, die Sony Kamera und die Insta360 X4, so wie das Handy sind auch im Rucksack. So hab ich die wertvollen Sachen schnell am Mann und kann auch die empfindlichen Geräte bei rütteligen Straßen auf den Rücken schnallen und sie so besser schützen. In der Mitte am Lenker thront mein Garmin Montana GPS. Bereits im Vorfeld hab ich für alle Länder, die wir wahrscheinlich besuchen werden, umfangreiches Openstreetmap, extra für Fahrradreisen angepasstes, Kartenmaterial runtergeladen. So dass wir nicht verloren gehen. Und wenn doch, wissen wir zumindest wo.

In den Packtaschen ist eine große Anzahl von Jacken und Hosen und so Kram. Ein halbes Zelt (zweite Hälfte bei Petra) und kleine Isomatte für Notfälle, falls wir mal kein Zimmer finden sollten. Ein Moskitonetz-Kuppelzelt für Zimmer in denen Spinnen und Stechmücken ihr Unwesen treiben. Das haben wir eigentlich immer dabei und bauen es wenn’s nötig ist im Bett auf. Drinnen fühlt man sich dann wie in Abrahams Schoß. Etwas Werkzeug, Ersatzteile, Fotozubehör, Ladegerät und Kabel erschweren die Taschen zusätzlich. Und dann halt noch so Fuddel, was man halt so dabei hat. Auf alle Fälle ist alles ganz schön voll. Man sollte ja auch mit kalten Tagen rechnen. Dafür sind dann Daunenjacke und komplette Regenausrüstung mit füllend.