Schorschis Senf:
Rundenende
Gestärkt vom auswahlreichem Frühstück geht’s los. Viel, viel Bergauf Bergab und immer auf kleinsten Straßen entlang Olivenplantagen mit teils schon recht alten und knorrigen Baumen. Bisschen duster teilweise, wie in einem Zauberwald. Und oft der Ausblick über Wälder oder Dörfer hinweg zur Küste. Dahinter, immer noch, die Berge Albaniens. Sehr wenig Verkehr und die Landschaft entschädigen die holprigen Straßen und das oft steile auf und ab. Jeder Meter den es bergab geht ist doof. Den müssen wir dann gleich wieder hoch. Höchster Punkt 420 Höhenmeter, gefahrene Tageshöhenmeter 720, bei 34 km Strecke. Die 420 Höhenmeter gehen, recht flitzig, in einem Stück bergab. Und dann werden wir auch noch ordentlich die Ruhezeiten einhalten. Sind nämlich schon um 15:30 im Kaffeehaus, kurz vor Korfu, zum Espresso und hecken das weitere Vorgehen aus. Schon gleich ein Hotel für zwei Tage buchen und morgen mit dem Bus das Gepäck abholen. Dann müssen wir die Enge und viel befahren Straße zu unserem ersten Hotel nicht zweimal fahren. So der Plan!
Petra:
Wir entscheiden uns zur Route mit mehr Höhenmetern, aber kleinerer Straße. Eine weise Entscheidung, denn neben den üblichen spektakulären Ausblicken kommen wir durch ein Gebiet mit uralten Olivenbäumen. Eine ganz besondere Atmosphäre umgibt uns, denn links und rechts stehen die Bäume wie altehrwürdige Herrschaften, die uns zugrüßen, uns umringen und außer etwas Windrauschen ist es still und wir sind ganz alleine hier unterwegs. Sehr besonders!
Durch die Sammelnetze, die entweder flächendeckend oder als schwarze Rollwürste entlang der terrassenartigen Haine ausgelegt sind, ergibt sich ein grafisches Kunstwerk an Farbflächen. Dazu die löchrig verwachsenen Stämme, die wie morbide Knochenformen aus dem Boden wachsen. Das hat was.
Die Ölfässer sind wohl nicht für Altöl gedacht, sondern für Olivenöl.
In den kleinen Bergdörfern ist die Zeit stehengeblieben. Es gibt nur Notverpflegung aus einem kleinen Tante Emma Laden. Wasser, Kekse, Gummibärle. Damit kommen wir durch.
Alle hart errungenen Höhenmeter des Tages, verschneuzen wir dann in wenigen Minuten auf einer rasanten aber aussichtsreichen Serpentinenabfahrt. Und weil die nördliche Ecke von Korfu Stadt mit der Ausfallstraße nervig und schrabbelig zu radeln ist, suchen wir uns gleich hier eine angenehme Bleibe.
Unser Gepäck holen wir uns einfach am nächsten Tag per Bus, dann ersparen wir uns 35 km unerfreuliche Hauptstraße. Vielleicht formen wir unser Reisekonzept sowieso in diese Richtung – mehr Bussfahrten und radeln an den schönen Straßen. Das sollte mit unseren Klapprädern eigentlich zu machen sein. Das werden wir in Igoumenitsaerstmals feststellen.























