Schorschs Senft:

Zum günstig ergatterten Hotel gibt’s zudem ein lecker Frühstück. Preisnachlass 25 €. Also ’nen Hunni für Zwei (Im Vergleich zu Hotels in den Städten, z.B. 65 € mit engen Betten, kleinen Zimmern und in Plastikhüllen verpackten, frühstücksähnlichen Mapf und Instandkaffe. Da fällt es nicht schwer, im Zweifel weiter kostspieliger auf Wolke 7 zu schweben.) Eine Familie sind die einzigen anderen Gäste die am Buffet abräumen. Ich wundere mich ein wenig, es ergibt für mich keinen Sinn, hier Urlaub zu machen. Das Hotel ist zwar für unsere Begriffe super, aber hier ist ansonsten weit und breit nix los. Der Swimmingpool ist eiskalt und ab Dämmerung ziehen zahlreiche Stechmücken aus dem Sumpfgebiet rüber und nerven. Etwas weiter die Straßen runter ist auch noch eine kleine Strandbar und eben der Strand auch noch. Was macht man hier für zum Beispiel 2 Wochen? 

Wir ziehen weiter durch die abgelegene aber reizvolle Landschaft. Optisch und geräuschvoll untermalt durch Flugmanöver vom Miliärflugplatz nebenan. Bloß nicht auf die Idee kommen die Landschaftsbilder luftseitig mit Drohnenbilder zu ergänzen. Schade! Der Route aus Bikemaps folgend, eingestellt von einem griechischen Radler, verlässt diese die kleinen Sträßelchen und folgt ab jetzt der Hauptstraße. 

Ralleystrecke für LKWs und Jungburschen die ihr Fahrzeug nur halb unter Kontrolle haben, die andere Hälfte der Aufmerksamkeit zischt über Mobilfunkgespräche ab. Extradoof ist, dass die Fahrbahnmitte mit Begrenzungspfosten die Fahrer hindert ordentlichen Abstand zu uns zu halten. Natürlich biegen wir bald ab und navigieren selbstständig weiter – öfter anhalten und gucken. Aber auch die Routingfunktion der Garminkarten, obwohl auf Fahrrad eingestellt, mag uns immer wieder zurück auf den Highway lotsen. Beharrlich finden wir dann doch schöne Strecken. 

Um 16:00 stellt sich Feierabendschlappheit ein. In einer Espressobar lockt Petra mit Bildern der noch 20 km entfernten Stadt. Weiß getünchte Häuserchen und enge Gassen, sehr ansprechend. Der Espresso doppio dopet mich und so beflügelt, zischen wir die 20 km aber so, dass wir knapp unter 80 km bleiben. Das ist wichtig! Petra bekommt ab 80 km Knieschmerzen. Die hübsche Innenstadt mit den weißen Häuserchen ist aber in einer anderen Stadt. Selber Name, aber wohl ganzwoanders in Griechenland, irgendwo weitweit abseits im Meer gelegen, Petra vermutet auf den Kykladen. Aha! 

Die Stadt und das Hotel ist zunächst garnichtmal so hübsch. Es wird aber die sehr belebte Fußgängerzone und Piazza mit reichlicher Anzahl an Lokalitäten entdeckt. Hier sitzt man lauschig und kann den Kindern beim Fußball-, Ochs am Berg spielen und ferngesteuerte Autos flitzen lassen, zusehen. Und keiner der Flanierenden regt sich auf.