Petra:
Die Bucht in der Pylos liegt, ist wirklich traumhaft. Nicht umsonst sind hier hochpreisige Ressorts – das Zimmerchen zu 1200 € die Nacht in der Nebensaison. Schorsch läßt für’s letzte Panoramafoto die Drohne steigen.
Für uns heißt es heute stundenlang bergauf treten. Es gilt den ersten Finger des Peleponnes zu überqueren. Wir bleiben auf der Hauptstraße mit annehmbarer Steigung und Asphalt. Irgendwann ist das reichhaltige Frühstück (Spiegelei, Bacon, Brot, Cornflakes, Orangensaft, 2 doppelte Espresso und Schokokuchen mit einer Miniapfeltasche zur Abrundung) verheizt. Dann ist kaum noch Kraft aus den Muskeln zu ziehen. Deshalb sind mittags kleine Lebensmittelläden willkommen und es wird schnelle Energie in Form von Eis und Gummibärchen zu sich genommen.
Es ist erstaunlich, dass der Körper wie eine Dampflok funktioniert. Mit Zucker im Blut, werden auch noch die letzen Höhenmeter weggebügelt.
Und unbeschreiblich, wenn es auf der anderen Seite kilometerweit mühelos und rasant bergab Richtung Meer geht. Allerdings kreisen uns die tiefschwarzen Regenwolken immer enger ein. Das wird nicht mehr lange gut gehen, da plongt Schorschis Speiche …
Schorschis Senf:
Systemüberlastung
Aus der hübschen Bucht geht’s gleich hoch. Wir queren den ersten Finger des südlichen Peloponnes. Schnell noch ein Drohnenflug über die Bucht dann folgt stetiges Bergauf bis wir die Maximalhöhe von 370m erreichen. Oben erwischt uns der Gipfelschauer, gerade 1 km weg von der Snackrast, und wir pausieren erneut, unter einem Baum und wartend. Etwas vor uns ist’s eigentlich heller. Nach 20 Minuten klingt der Schauer ab und los geht’s. Tatsächlich nach einem 1 km ist die Straße wieder trocken und es saußt abwärts. Heute sind wir auf der Mainroad unterwegs, Sonntag ist’s und garnicht so viel Verkehr. So ganz im Süden ist eh weniger Verkehr und veranlasst uns die geplante Route über Kleinstäßelchen und Holperiges zu verlassen. Weniger Höhenmeter! Und auch weniger Belastung fürs Radl. Plötzlich hör ich nämlich ein knacken und bleib stehen. Die erste Speiche ist gerissen! Hinten, wo ich mein meistes Gewicht plotzt und auch die Taschen schwergewichtig hängen. Ich und die Holperwege der letzten Tage führten zur massiven Systemüberlastung am Hinterrad. Für jede Felge hab ich 3 Speichen dabei. Mit verschmierten Fingern und Klamotten schließe ich die Reparatur nach 15 Minuten ab und weiter geht’s. Etwas schlecht gelaunt, schon. Im grüblerischen Dahintreten spreizt sich der Gedanke ein, dass die auf der Karte gestrichelten Wege eventuell ungeeignet sein könnten. Da kommt auch schon der nächste Regenschauer. Diesmal auch wieder nach einer kurzen Snack- und Espressopause, diesmal aber, und nur 1 Minute von der letzen Pause entfernt, gibt’s gleich wieder Sesamkringel mit Limo. Und Warten auf die Sonne. Dabei ist’s schon 5 und das bereits gebuchte Hübschhotel muss noch auf uns warten. Und was noch schlimmer ist, wir müssen auf’s Hotel und die Dusche warten. Beim bloßnoch tröpfeln geht’s weiter. Schon bald rechts ab in eine kleine Nebenstraße. Und gleichschon hat’s wieder Schafe. Lauter nasse. Die kleine Straße ist wesentlich verkehrsentspannter und führt direkt am Ufer entlang, so dass die Sicht in die gegenüberliegenden Berge frei wäre, schöbe sich nicht wieder eine Regenwolke auf uns zu. Wer hat’s gedacht? Die Windjacke ist nur winddicht und nicht wasserdicht. Gleich bin ich nass wie ein Schaf. Die kurze Radhose bleibt ohne Regenüberzug. Das Nass kühlt den schleichend beginnenden Sonnenbrand an den Knien und Waden ganz gut ab. Aber bald spiegelt sich blauer Himmel in den Wasserpfützen, nieselt aber trotzdem weiter bis ins Hotel.
Ein Rohrabschneider ist eins der Dinge die ich nicht mit dabei hab. Hab beim Absteigen vom Rad den an der Sattelstütze montierten Insta360 Teleskopstab aus seiner Befestigung gehebelt. Dort montiert, diente er, mit einem daraufgestellten Endstück aus einem kurzen Stück rote Schwimmnudel, als Variabel einstellbarer und gut sichtbare Abstandhalter, um die von hinten herannahenden Raser rechtzeitig vor mir zu warnen. Mit einem Rohrabschneider wäre das jetzt ausgefranste Ende abzuschneiden um dann den Gewindeflansch neu zu verpressen. Ich versuch’s mit Sekundenkleber. Den hab ich mit.














