Wir fahren die Südküste weiter nach Westen. Wie unterschiedlich doch die einzelnen Abschnitte sind, wie jenseits von Tourismus die Bergdörfer, wie ins Nirgendwo gesetzt einzelne Ferienhäuser. Einerseits karstiges Gelände, dann bildschöne Felsenbuchten oder Ausblicke auf gestaffelte Bergsilhouetten, dann auch wieder grünere Talabschnitte.

Wir wechseln auf die Nordseite der Insel und über zig Kilometer erstrecken sich Strandbadeorte, die keine Orte mehr sind, sondern schonungslos verbaute Schuhkästen mit Shops, Souvenirläden, Imbissen, Supermärkten und Appartementhäusern an faaden Stränden. Wer versehentlich hierher seinen Urlaub gebucht hat, hat Pech gehabt. Selbst für uns ist es schwierig, im Vorfeld herauszufinden wo eine Region schön ist und wo nicht. Der sicherste Plan: hinfahren und erst vor Ort sehen, ob man bleiben mag. An einigen angepriesenen Orten, hatten wir schon fluchtartig den u-turn hingelegt.

Auch die größere Stadt Rethymnon ist für unsere Begriffe zu voll, zu überlaufen. Es gibt schon nette Gassen und einen alten venezianischen Hafen, aber Begeisterung kommt hier nicht wirklich auf. 

Dann hingegen, auf einer Landstraße, die sich mehr durchs Landesinnere schlängelt, liebenswerte Ortschaften und kein einziger Tourist weit und breit.

Auf dem Weg zum Fahrradladen in Heraklion, lotst mich Schorsch mit der langen Limousine in die allerengsten Gassen und Wege. Zentimeterweise hangle ich mich vorwärts um hier durchzulavirieren. Uff!