Gestern abend im Rooftop Restaurant merkte ich es schon: Halskratzen mit Tropfnase. So, dass ich für die Nacht ein Nasenloch mit Serviette verstopfen musste. 

Da wir heute nur im angenehmen Bus durchs Land schaukeln, bremst uns der Sommerschnupfen auch noch nicht aus. Die Landschaft zwischen Göreme und Erzincan ist wunderschön, hügelig, mitunter bergig. Die leuchtenden lila Flecken scheinen Steppensalbei zu sein, auch als ganze Felder angebaut. Bei einem heranziehenden Gewitter sind wir froh gemütlich im Trockenen zu sitzen.

Neben dem Busfahrer gibt es noch zwei weitere Mitfahrer vom Busunternehmen. Außer der Ticketkontrolle zu Beginn und der Ausgabe von Wasser ist unklar, was deren Aufgabe so ist. Hauptsächlich den Fahrer zu unterhalten. Es wird versucht mit uns zu kommunizieren. Dazu wird jemand aus der Familie in Berlin angerufen, der nun aber auch nicht so recht weiß, was er sagen soll. Auf jeden Fall ein netter Versuch.

Je weiter wir nach Osten kommen, desto einfacher und ländlicher werden die Dörfer. Ansonsten Natur pur. Die Berge im Hintergrund werden höher und tragen noch Schneerinnen.

In Erzikan wollten wir ursprünglich übernachten, aber es zieht ein gewaltiges Gewitter über uns hinweg und die Recherche zur Weiterfahrt hieße: morgen um 5:30 Uhr am Busbahnhof sein, obgleich das nächste bezahlbare Hotel in 4 km Entfernung ist.

Kurzerhand entscheiden wir uns, gleich noch in der Nacht an die Schwarzmeerküste weiter zu fahren. Wir erreichen um halb eins Trabzon, in dem es glücklicherweise gleich vis-a-vis vom Busterminal ein ansprechendes Zimmer für uns gibt.