Nur weg von der schäbigen Bude und zum Glück gab’s kein Frühstück. In der Nähe ergattern wir mittels listiger Übersetzerapp einen Kaffee und leckeren Omlettmansch mit Tomaten und Zwiebeln und wohl auch etwas Knoblauch. Und natürlich reichlich  ახალი პური (frisches Brot). Den Umweg in einem hohen Bogen verläuft wieder ländlich mit wenig Verkehr. Das merkt man immer dann, wenn Kühe und Schweine sorglos auf der Straße fletzen oder am Wegesrand entspannt irgendwas vor sich hin kauen. 

Kutaisi ist die drittgrößte Stadt Georgiens mit etwa 145 000 Einwohnern. Die quirlige Innenstadt ist touristisch geprägt. Hier ist wohl auch der Ausgangspunkt für Ausflüge nach Mestia. Region im „Großen Kaukasus“-Gebirge und schon ziemlich nahe an der russischen Grenze. Wir wollen auch dorthin und etwas wandern. Ein Mietauto soll uns transportieren. Und weil ein Teilstück unbefestigt ist, soll’s ein Allradantrieb sein. Eigentlich schon fix gemacht, wird zur abendlichen Stunde das Vorhaben erstmal abgeblasen. Die Ungezieferfängerin hat einen schmerzhaft roten Fleck mit hellem Gupf in der Mitte. 

Den nächsten Tag verbringen wir im Krankenhaus-run. 

Und so bei 29 Grad vor einem Krankenhaus wartend, kommen mir Zweifel über die weitere Reiseroute. Eigentlich, so der Plan, sollte es von Tiflis per Flieger nach Taschkent gehen. Der Land-und Schiffsweg über Aserbaidschan ist momentan nicht möglich. Die Einreise nach Aserbaidschan über den Landweg ist für Ausländer geschlossen. Über Russland oder Iran (gerade Krieg) wollen wir nicht. 

Also fliegen. Ein Abchecken der Temperaturen in der Region Taschkent und Umgebung ergibt, die sind bis Ende August für uns unerträglich. Meist sind’s dort um die 40 Grad. 

Eine Planänderung tut Not und muss erörtert werden.