Es wird heute alles umgemodelt, weil mich der Stich oder Biss der vorletzten Nacht quält und beunruhigt. Nicht nur, dass sich an der Stelle eine Pustel bildet und sich darum eine kreisrunde rote und fieß juckende Fläche bildet, es zieht sich auch eine rote Linie weiter. Die Sorge wächst, hier könnte es sich um Bettwanze, Krätzmilbe oder sonst ein parasitäres Lebewesen handeln, das mich angefallen hat. Weder möchte ich derartiges weitertragen, noch Brutfläche bieten.
Die Internetrecherche zu Dermatologen wirft nur Krankenhäuser aus. Wir radeln zu einer Klinik, deren Website-Auftritt professionell aussieht. Anmeldung, Arztbesprechung, Blutabnahme – all das läuft im Grunde rund, aber alles nur mithilfe von Google Übersetzer oder telefonisch mit einem englischsprechenden Arzt. Fazit: Verdacht auf Borreliose oder ähnliches, ich solle Antibiotika einnehmen und in 7 Tagen wiederkommen, da sei die genaue Blutanalyse fertig.
Schorsch macht die Diagnose stutzig, da laut KI nur Zecken Borreliose übertragen und plädiert auf eine zweite Meinung.
Auch im nächsten Krankenhaus, sieht sich recht schnell ein Infektologe die Stelle an. Blutprobe mit Blutbild liegt nach 2 Stunden vor und ist maßgeblich unauffällig. Der Arzt tippt auf eine allergische Reaktion auf vermutlich Flohbisse. Eine Zecke hätte ich ja entdeckt. Er verschreibt Antihistamin als Tabletten und Salbe.
Es ist schon später Nachmittag und wir eilen zum Hotel zurück, um alle Kleidungsstücke, die an den 2 Tagen getragen wurden, bei einem Waschsalon gründlich waschen zu lassen. Es bedarf dort der guten Zurede und der Abmachung, die Wäsche ungetrocknet abzuholen. Anders ist es zeitlich nicht machbar.
In der Zwischenzeit geht es zur Apotheke und eine 10 Meter lange Wäscheleine wird gekauft. Mit feuchter Wäsche dann schnell wieder zurück zum Hotel, denn auf der Dachterrasse gilt es, die letzten Sonnenstrahlen zu nutzen. Dank reichlichen Winds kann sich das Trockenergebnis bis Sonnenuntergang sehen lassen.
Zum Abschluss geht es für uns beide unter die Dusche, die Tagesklamotten werden gewaschen und mit der anderen Wäsche im Zimmer zum trocknen verteilt und es geht ins frisch bezogene Bett.
Den Zimmerwechsel hatten wir schon in der Früh unter vorgeschobenen Gründen vorgenommen. Die Augen fallen mit der Hoffnung zu, dass wir keine Mitreisenden mehr haben.


