Nach Nackenverspannenden 3 Stunden, hingekrümelt im Flugzeugsitz, landen wir um halb drei in der Nacht in Almaty. Eine Dreiviertelstunde später schieben wir unser Gepäck nach draußen. Ich plädiere für ein Taxi um schnellstmöglich in die horizontale Lage zu kommen.
Der erste Eindruck plättet mich. Alles supersauber, großzügige Straßen, viel Grün mit Parks und Avenuen mit Radlwegen. Ein gänzlich entspannter Taxifahrer – jedes zweite Wort: no problem, bringt uns ins Zentrum. Einzig, will uns die Hoteldame erst um 7 Uhr einchecken lassen. Auf der Straße spricht uns ein netter und umtriebiger Kasache an, der uns am Liebsten gleich eine Stadtführung geben möchte. Alles natürlich in schwierigem Sprachkauderwelsch. Dazu sind wir zu müde und zwecks Zimmersuche versuchen wir unser Glück nach dem Zusammenbau der Fahrräder ein paar Straßen weiter, stehen aber um diese Zeit vor verschlossener Tür.
Zurück zu unserem Startpunkt, ist es dann auch schon fast 7 Uhr. Check- in, Duschen, Frühstücken und ab in die Federn.
Nachmittags ziehen wir bei 34 Grad wieder gemächlich los. Von Park zu Restaurant zu Café. Nur nichts übertreiben heute. Wir empfinden Almaty und die Menschen erst mal sehr sehr wohltuend. Heute am Samstag auch ohne Verkehr. Es ist eine junge Stadt und innerhalb von 150 Jahren von einem Garnisonspunkt mit 14.000 Einwohnern zu einer 2 Mio. Stadt angewachsen. Berühmt geworden mit Riesenäpfeln (Almaty – Vater des Apfels), die es aber heute so nicht mehr gibt, erheben sich direkt hinter der Stadt ca. 4800 m hohe Berge. Diese bilden die Grenze zu Kirgigistan.
Wenngleich es nicht viele historische Gebäude gibt, Almaty macht Spaß. Eine richtig gute Laune Stadt und das liegt wohl daran, dass es hier nur junge Menschen gibt. Das Gegenteil von Deutschland. Alte Menschen sind hier die Ausnahme, dafür gibt es reichlich Kinder. Überall hat es Boulevards mit ideenreichen Spielplätzen für Kinder, Brunnen durch die sie rennen können, vor der alten Kathedrale ein Kinderfuhrpark.
Und dann gibt es auch noch einen Platz, etwa in Eisstadiongröße, der bedunstet wird. Erfrischend und kühlend bei der Hitze, wabern die Menschen im Nebel. Die Kinder quietschen vor Freude. Schon ziemlich genial.
Schorschi
Almaty liegt malerisch am Rand des Tian-Shan-Gebirges und sieht aus wie eine Stadt, die versehentlich in eine Postkarte gefallen ist. Breite Straßen, entspannte Cafés und plötzlich: Steigungen, bei denen selbst das Fahrrad kurz weint.
Zwischen Basar, Bergen und sowjetischem Beton findet man alles – nur kein flaches Gelände. Aber wer braucht schon Ebenen, wenn die Aussicht vom Kok-Tobe einfach alles wettmacht?




















