Schorschi
Heute haben wir sogar ein 1. Klasse Ticket nach Xi’an. Das sollte die 7-stündige Zugfahrt angenehmer gestalten. Zudem geht’s um etwa 11:00 los. So können wir entspannt frühstücken, packen und nochmal den bis dahin angesammelten Schweiß wegduschen und bloß über die Straße zum Bahnhof rollen.
Aber denkste. Die nette Dame an der Einlasskontrolle weist uns zurück und versucht mir was auf chinesisch eindringlich zu vermitteln. Erst die Übersetzungsapp der Kollegin macht klar, dass der Zug gecancelt ist, wegen Regen. Also zurück zum Ticketschalter. Und weil wir nicht die Einzigen sind, die mit dem Zügelchen reisen wollten, ist‘s voll. Petra stellt sich an, kommt nach einiger Zeit, glücklich strahlend, mit zwei neuen Tickets angetappst. Um 14:00 Uhr geht’s weiter. Mittagspause. Aber auch der nächste Versuch scheitert. Die Strecke ist wohl irgendwie beschädigt. Umplanung. Eventuell mit dem Bus weiter. Eine unwissende aber freudig Auskunft Gebende, schickt uns zum 13 km entfernten Westbahnhof. Der aber garkeinen Busbahnhof hat, stellen wir fest. Hier gehen die Highspeedzüge ab. Und tatsächlich! Wir kommen mit. Alles was durch den etwa 90 cm breiten Gepäckscanner passt, darf mit und so auch unsere verpacktrn Räder. Aber auch nach gut Dünk der Kontrollettis am Eingang. Neue und wichtige Info!
Bequem und flott geht’s dann innerhalb von 3 Stunden nach Xi’an. Große Teile der Strecke sind untertunnelt und wir flitzen durch Gebirgslandschaft. Der Bummelzug fährt wohl auf einer alten Strecke und hätte drei mal so viel Zeit benötigt. Die alte Strecke ist wohl mit Bergrutsch gesperrt.
In Xi’an angekommen, um 22:00 Uhr dann, haben wir keine Bock mehr, die nächtens 15 km durch die 14 Millionenstadt zu Radeln. Wir lassen uns bequatschen und nehmen ne Taxe. Der quasselige Herr hat wohl einen Kombi als Fahrzeug und unser Kram hat Platz. Hat’s auch, aber etwas quetschelig, geht’s zum vorgebuchten Guesthouse, direkt an der Altstadtmauer. Empfohlen von einem in Xi’an lebenden Deutschen aus der BikeChinaTravellerWhatsAppGruppe. Der mag uns dann auch gleich morgen eine kleine Stadtführung geben. Super Sache!
Puh, wir haben ein Dachschrägenzimmer mit Terrasse gebucht. Fehlentscheidung! Bei tagsüber 36 Grad ists nachts auch noch recht warm in der Bude.









