Man denkt ja immer, ach ja, wieder ein Tempel oder ein Palast, es ist doch immer das Gleiche. Aber nein, es gibt meist Überraschendes. Im Fall des Winterpalastes des Lamas Bogd Khan beispielsweise ausgestopfte Kreaturen. Wahrscheinlich einige, die Letzten ihrer Art. 

Aus dem Augenwinkel sehe ich auf dem Rückweg eine Würth-Filiale. Weil wir in China noch nirgends einen Baumarkt gesehen haben und wir noch eine Lösung für unseren Gepäcktransport an den Bahnhöfen brauchen (skateboardradl haben wir schon), versuchen wir hier unser Glück. Gewindestangen sind gefragt. Wir werden in das Baumaterialstadtviertel verwiesen. Schorsch bekommt glänzende Augen. Und ja, im Jobi-Markt gibt es alles was wir brauchen. Ein Gebäude mit einzelnen Werkzeugständen, deren Verkäufer irgendwie alles aus der Schublade ziehen. Ein bisschen wie auf der Auerdult.

Schorsch:

So streifen wir durch die Stadt und gucken ein paar, zwischen Hochhäuser gequetschte, buddhistische Tempel an. Einer davon könnte auch als Geisterbahn oder Gruselkabinett durchgehen. Gespickt von schauderhaften Masken und gruseligen Bildern, soll wohl das Schäbige der Menschheit darstellen. Und die buddhistisch Götterfiguren sitzen gelassen und entspannt mittendrin.

Und auch das ist mal wieder super. Es gibt lecker Westfoot.

In Ulaanbaatar ist’s ganz anders, als in chinesischen Städten. Keine in Blöcken angeordnete riesigenhohen Häuser. Kaum Radfahrer und die wenigen sind Sportradler. 0 Lieferdienste auf dem E-Roller, die wie in China, gnadenlos auf einen zusteuern. Und wesentlich weniger Menschen, kein allgegenwärtiges Gewusel. Hier in Ulaanbaatar, ist’s eine spannende Mischung aus traditioneller Nomadenkultur und rasant wachsender Metropole. Zwischen sozialistischer Plattenbauarchitektur, modernen Glasfassaden und buddhistischen Klöstern quält man sich, nur bei Rushhour, durch den Verkehrsstau.