Es ist so unglaublich schwül, dass wir schon vor dem Aufstieg aufs Radl komplett nass geschwitzt sind. Bei 30 Grad ist die Luft diesig und schwer. Auf den Nebenwegen entlang der langen Maisfelder sieht es hier aus, wie Niederbayern bei Nebel. Nicht so der Motivationstreiber. Dafür haben wir kaum Verkehr. Die Ortschaften sind dünn gesäht hier. Gerade noch so, dass wir mit elendem Durst hin und wieder gekühlte Getränke in einem Laden finden können. Welch Genuss das ist!

Später erwischt uns der Platzregen dann noch voll. Genau zu diesem Zeitpunkt, verliert sich unsere Route in umgegrabener Erde, von Baggerspuren zerfurcht, in denen noch das Regenwasser der vergangenen Nacht steht. Schorsch versenkt sein Rad so im Schlamm, dass er erstens nicht mehr alleine rauskommt und zweitens seine Schuhe auch noch fast im Schlamm stecken bleiben. Erdbatzen blockieren die Räder. Und dann schüttet es aus allen Kannen.

Im nächsten Ort ist der Spuk vorbei. Ich entdecke vor einem Neubau einen angeschlossenen Wasserschlauch, der den größten Dreck beseitigt. Eine halbe Stunde später, geht es wieder los, können uns aber vor einer Drogerie unterstellen. Wir bekommen Schemel zum Sitzen und Wasserflaschen angeboten – über beides freuen wir uns. Wir überlegen, ob wir uns einen PickUp organisieren lassen sollen, entscheiden uns aber beim Nachlassen des Regens dagegen. Weil das Wasser teils knöcheltief auf der Straße steht, gut vermischt mit ausgewaschener Erde und gülleartigem, kommen wir wie die Schweine am Hotel an. Kategorie 4 Diamanten – das teuerste der Stadt. Die Augen des Personals werden zwar groß, aber die Räder dürfen im Erdgeschoss geparkt werden und unsere Wäsche wandert umsonst in die Waschmaschine und den Trockner. Das nenne ich mal Service!

Das Beitragsbild zeigt übrigens einen Stand mit Mückenschutz in Form rotierender Stofffetzen über der Fleischauslage (schwer zu erkennen, aber bei genauem Hinsehen erkennbar). Pfiffig!