Die Stadt Qingdao ist da, wo wir hocken, recht gemütlich. Gleich in der Nähe beginnt die Fußgängerzone. Mit viel Lichterspiel abends. Bisschen weihnachtlich. Und sogar kommt Italy-Piazza Flair auf. Es gibt Plätze zum draußen sitzen und Eisdielen und so. Sogar eine Kathedrale mit weitem und hübsch behockbaren Vorplatz. Das ist genau meine Gegend. Gemütlich hocken und gucken und ein bisschen genauer über ablaufende Vorgänge Einblick finden. Da sind die zahlreichen Stadtbediensteten die gleich jedes Papierfiezelchen auflesen, das Klamottengeschäft das über den Platz hinweg umzieht und alles wird von den Angestellten rübergeschleppt, da ist die Rentnerband die sich zusammenfinden und einfach aus Spaß an der Freude in einer Ecke am Platz ganz hübsch musizieren. Da sind die Mütter, die Ihre Kinder recht liebevoll durch die Gassen begleiten, oft im Schlepptau die gluckige Oma. Da sind die noch ganz jungen Pärchen, die fröhlich verspielt oder süß händchenhaltend schlendernd umherziehen. Da sind die Insta-Girlies die auf Schritt und Tritt Kussmund- und Posing-Selfies knipsen. Da sind keine weiteren westlich aussehenden Touris. Da sind immer wieder mal welche, die heimlich zu uns rüberschielen und kichern oder neugierig auf uns gucken und rüberknipsen. Manche Begrüßen uns mit einem freundlichen oder verschämten „Hallo“. Da sind jede Menge Fressbuden und kleine Lokale mit bunten Täfelchen, wo die für uns undefinierbare Menüauswahl hübsch fotografiert, beworben wird. Da sind die Grüppchen schlendernde Rentner, die hier gemeinsam und fröhlich die Zeit verbringen. Da sind die alten Frauen mit großen Müllsäcken, die Plastikflaschen sammeln. Da sind die chinesischen Touristen, die hier auch entspannt, eine schöne Zeit verbringen und schlendern. Da sind die zahlreichen, meist sauberen, öffentlichen Toiletten, so das jede/jeder ohne Nöte und entspannt Zeit verbringen kann. Da sind die Männergrüppchen, die auf winzigen Hockern um ein Tischchen hocken und biersehlig Karteln. Meist das Unterhemd, zur Bauchkühlung, über den Ranzen hochgezogen. Da klemmt es dann oberhalb dem Bauch und kann keinesfalls von selber runterrutschen. Ist ja hier mit der Tsingtao Brauerei, die Bierstadt Chinas. Überall sind Zapfsäulen. Hier kann man mitten auf einem Platz an einer großen Säule Bier tanken. Und da bin ich der, der alles beobachten darf.
Und eine Baumarktsiedlung hat’s etwas weiter durch die Stadt. Und wer hat’s entdeckt? Die Petra. Dahin Taxeln wir mit DiDi. Achsen mit Scateboardrädern sollen gebastelt werden. Die sind notwendig, weil die in den Taschen verpackten Fahrräder zusammen mit den Packtaschen mühselig über die großen Bahnhofshallen und weiten Bahnsteige oft eilig geschleppt werden müssen. Die Achsen sollen anstatt des Sattels montiert werden, das Fahrrad dann auf den Kopf gestellt, kann man das Konstrukt dann schieben. So der Plan. Erste Versuche waren kurzzeitig erfolgreich, die Achsen aber zu schwach. Jetzt sollen Edelstahl-Gewindestangen mit Edelstahl-Hülsen Abhilfe schaffen. Das Baumarktareal ist riesig und im Schachbrettmuster angeordnet. Lauter Geschäfte nur mit Handwerkerkram. Ein Metallbauer schneidet alles zu. Supersache!
In einer Schraubenbude brauch ich noch 10 Beilagscheiben. Er bringt mir 100 Stück. Ich lege die Achse beiseite und zähle mir 10 Stück raus, zahle, und dampfe ab. So die spätere Fallrekonstruktion. Die Achse bleibt liegen.
Im nächsten Werkzeugeschäft erstehe ich einer Torx-Satz und such noch nach einer Zange. Bei der Gelegenheit lass‘ ich meine kleine Taschenhülle für Handy und Reisepass liegen und ziehe ab. Minuten später werd‘ ich wohl von mehreren Personen gesucht. Mein Täschelchen wird mir aufgeregt nachgetragen. Ich hab’s selber noch garnicht bemerkt. Auch meine Gabel (Stäbchen-Legasthenie), wurde mir schon häufig, im Laufschritt, vom Lokalpersonal nachgetragen. ( Nur wenige Stunden später hab ich die Gabel wieder Ligen lassen. Keiner läuft mir nach. Jetzt isse weg!
Die fehlende Achse fällt mir erst abends auf. Muss dann am nächsten Tag nochmal hin. Klaro! Die Achse ist noch da und der Inhaber überreicht sie mir schmunzelnd.
Ich bin wohl Reizüberflutet. Die zahlreichen Aktivitäten und Eindrücke passen wohl durch irgendeine Engstelle im Hirn nicht mehr durch, oder irgendeine Kammer im Hirnbereich ist voll. Nixmehr passt rein. Maßnahmen müssen her. Ersten: ich kauf mir ein Umhängetäschen für Handy und Personalausweis. Zweitens: In Korea dann, soll nach einem hübschen Urlaubsplätzchen gesucht werden. Mal für 1 bis 2 Wochen Urlaub machen. Ich frage die KI:
Wo kann ich in Korea Urlaub machen? Mit Badestrand, netten Unterkünften und Berge und schöner Landschaft wo man auch schöne Fahrradstrecken hat?
Und bekomme wiedermal eine super und umfangreiche Auskunft.
Südkorea ist ziemlich kompakt, und du bekommst Strand, Berge, gute Unterkünfte und Radwege oft in einer Region kombiniert 🚴🏖️⛰️. Ich gebe dir mal die besten Gegenden, die zu deinen Wünschen passen:
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🌊 1. Ostküste (Gangneung – Sokcho – Samcheok)
•Strände: Saubere, lange Sandstrände (z. B. Gyeongpo Beach in Gangneung, Sokcho Beach).
•Berge: Direkt daneben liegt der Seoraksan-Nationalpark, einer der schönsten Koreas mit zerklüfteten Felsen und Tempeln.
•Fahrrad: Die Ostküste hat einen offiziellen Radfernweg, der fast durchgehend an der Küste entlangführt – sehr beliebt bei Radreisenden.
•Unterkünfte: Viele kleine Pensionen („Pension“ oder „Guesthouse“), Strandhotels, gemütliche Airbnbs.
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🌊 2. Südostküste (Gyeongju – Busan – Ulsan)
•Strände: In Busan gibt’s berühmte Strände wie Haeundae und Gwangalli, dazu viele kleinere Buchten.
•Kultur: Gyeongju ist die alte Königsstadt – voller Tempel, Königsgräber und Radwege.
•Fahrrad: Von Gyeongju Richtung Küste hast du schöne Strecken zwischen Reisfeldern, Dörfern und Meer.
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🌊 3. Südliche Küste (Namhae – Yeosu – Geoje)
•Strände: Kleine, oft einsame Buchten, kristallklares Wasser.
•Berge & Landschaft: Hügelige Küste, fast mediterran. Namhae wird auch „Koreas Provence“ genannt.
•Fahrrad: Kurvig, bergig, landschaftlich top – sehr abwechslungsreich, aber etwas anstrengender.
•Unterkünfte: Viele Pensionen mit Meerblick, Boutique-Hotels, sogar Tempelübernachtungen möglich.
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🌊 4. Jeju-Insel
•Strände: Schwarzer Vulkansand, türkisblaues Wasser (Hyeopjae, Jungmun Beach).
•Berge: Hallasan-Vulkan (1.950 m), tolle Wanderungen.
•Fahrrad: Ein offizieller Radweg rund um die Insel (ca. 240 km) mit Stempelstationen – sehr beliebt bei Langstreckenradlern.
•Unterkünfte: Alles von Guesthouses für Backpacker bis hin zu Luxus-Resorts.
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👉 Für dich als Radreisenden würde ich vor allem Ostküste + Seoraksan oder Jeju empfehlen. Da hast du die Kombi aus Strand, Bergen und gut ausgebauten Radwegen.
Soll ich dir eine konkrete 1–2-wöchige Radtour mit Etappen in Südkorea zusammenstellen, ähnlich wie bei deiner geplanten Tour in China?
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Find ich schon toll! Damit können wir arbeiten.
Natürlich müssen wir noch alles genauer recherchieren, aber das gibt schon mal eine Richtung vor. Online wird noch ein Lonely Planet über Korea gekauft.
Und Petra hat mit einer Urban-Scetching Gruppe in Seoul Kontakt aufgenommen. Die haben dort eine Ausstellung. Eventuell wird aus dem Kontakt auch was interessantes. Bei sowas kann ich wahrscheinlich auch unbeteiligt entspannt hocken und gucken. Oder mich rumtreiben und knipsen. Das wird helfen. Die Vergesslichkeit hat aber auch seine positive Seite. So hält der Vorrat an Blutdrucktabletten, die ich täglich nehmen müsste, die gesamte Reise durch und nix muss irgendwo nachgekauft werden.
Petra:
Nach dem Frühstück geht es zurück zum Handwerkerhof bzw. Baumarkt. Glücklicherweise kommt Schorsch gleich beim ersten Laden mit meiner wieder gefundenen Achse zurück. Dank Didi ist die ganze Unternehmung bequem und einigermaßen günstig.
Obwohl Schorsch beim Anblick von Treppen stöhnt und quengelt, ist der Besuch der Aussichtsplattform auf dem Signal Hill sehr lohnenswert. Im größten der roten Kugeln dreht sich der Boden so, dass man innerhalb von 10 Minuten um 360 Grad dreht, die Bucht, die Wolkenkratzer und Hügel gut überblicken kann. Die nächsten Kilometer tappern wir vom früheren deutschen Gouverneurswohnhaus von 1909 (gut besuchter touristische Spot) durchs Viertel und rasten in unserem Zimmer aus, bevor es zum Schweinshaxnessen geht(Anmerkung Schorsch: Petra hat’s entdeckt Weiter so!). Die Bierstube, so heißt die Lokalität, ist in 100 % verstaubter deutschrustikaler Optik. Sonst eher schrecklich – jetzt aber sehr authentisch mit Abba und deutschem Schlager aus dem Lautsprecher, mit Deutschland- und Bayernwimpeln. Aber das Wichtigste: der knusprige Schweinshax mit Sauerkraut und Kartoffelsalat ist ein Traum und das Ambiente versetzt einen tatsächlich in ein anderes Leben zurück. Wie schräg und amüsant!
Bei den Chinesen gilt Qingdao gleichfalls als sehr schöne Stadt. Ein Grund ist sicher, dass es neben den Gründerzeitbauten überall Plätze und Bankerl zum sitzen gibt, Straßencafes und Eisdielen (und sogar große Zapfstellen für Bier und Getränke). Etwas, das uns seit 2 Monaten wirklich abgegangen ist und wir jetzt sehr genießen. Abends erfreut uns eine Rentner-Liveband in der Fußgängerzone. Die Gehsteige sind hier allerdings frühzeitig hochgeklappt, ebenso unsere Nachtschwärmerei.












