In der Provinz, im schlichten Motel, fällt es mir wieder sehr auf: so ordentlich und sauber die Südkoreaner sind, so wenig trifft das auf die Fenster der meisten Hotelzimmer zu. Deshalb werden diese auf den Buchungsportalen meist ohne Fenster abgebildet. Denn diese sind schmutzig, unansehnlich, sind klein oder werden von Schiebeflächen so verdeckt, dass der Begriff Fenster nicht mehr gerechtfertigt ist. Seltsam, aber vielleicht rührt das von früher her, da die Fenster noch mit Reispapier verklebt waren? Oder ist es die Angst, dass jemand herein sehen könnte? Verbunden mit den kleinen Zimmergrößen ist das echt ein Jammer, zumal wir noch von China sehr verwöhnt sind.

Und auch auffallend, wie zahlreich die Koreaner das Golfen (oder so etwas in der Art) lieben. Aufgeräumte Natur. Heute scheint wohl der Tag des Golfens gewesen zu sein, denn auf jedem Green, an dem wir vorbei radelten – geschätzt fünf Stück heute – wurlerte es an Spielern.

Nach wie vor ist der Radweg wunderbar. Wie das Allgäu mit grüngelben Reisfeldern, so sieht es hier aus. Und dazwischen die Pagodenpavillons als Rastplatz für die Radtouristen. Die Kühe leben ebenso in großen Freiluftställen, aber Wiesen und Almen gibt es für sie hier nicht.

Heute ist die Stimmung dem Wetter entsprechend etwas ruhiger. Das kühlere, etwas verhangene Wetter, niedrigere Hügelketten, sanfte Grün- und Blautöne des Flusswassers, das Licht ohne Kontraste und eine erste Ahnung vom Wechsel der Jahreszeit bringen das mit sich. Seit fünf Monaten hatten wir tagsüber (meist auch Nachts) keine Temperaturen mehr unter 25 Grad. In der Mongolei waren wir vielleicht mal nah dran. Obwohl wir ja später wieder in tropische Zonen reisen, macht sich – aus Gewohnheit von zuhause – fast etwas Wehmut über das Ende des Sommers breit. Und was ist mit unserer Auszeit mit Meeresblick? Die wollen wir natürlich nicht im Regen verbringen, der nun öfters in der Vorhersage der Wetterapp erscheint.