Wir haben uns für ein paar Tage ein schickes Apartment genommen. Es war Regen angesagt, weshalb wir es uns innen gemütlich machen wollen. Es gibt genügend Platz für die Fahrräder auf dem Balkon, mit Küche Waschmaschine, eigenem Schlafzimmer und Couch – alles da. Und auch der Ausblick auf die Bucht von Songdo ist sensationell.

Abends haben wir seit fünf Monaten das erste Mal wieder fernseh geschaut, sprich in der Mediathek einige Weltspiegel Beiträge angesehen. Ja, wir haben mehr von den Vorgängen in der Welt erfahren, aber bei uns blieb ein ungutes lähmendes Gefühl zurück. Die Reportagen klagen an und zeigen drohende Szenarien auf. Auch wenn das zum zwingenden Instrumentarium des Journalismus gehört, macht das alles etwas mit einem selbst. Der Unterton ist nicht unbedingt nüchtern gehalten, oder in der Perspektive ausgeglichen – leider. Am Ende muss wohl der besserwisserische Zeigefinger erhoben sein. Aber die Welt läuft eben nicht nur nach unseren Ansprüchen.

Vor unseren Augen zieht eine Seilbahn über die Bucht. Eine Wasser- und weiter entfernt eine Hängebrücke „zieren“ die Landschaft. Wahrscheinlich gefällt das hier, bringt Abwechslung und Unterhaltung. Kleine Häuser werden von Hochhäusern verbaut. 8000 Wohnungen mit Blick, die den von 800 zerstören. Was ist richtig, was ist falsch? An der Kaimauer gibt es Fotos der Bucht zu den letzten 100 Jahren. Die Welt in ihrer Veränderung.