Zwei Reisetage braucht es, bis wir auf die Insel Jeju gelangen (die Koreaner fliegen eher für läppische 40€ auf die Insel). Nachmittags steigen wir am Rande von Busan in den Überlandbus, gerade rechtzeitig, um nicht im Regen zu stehen. Bei Dunkelheit und trockenem Wetter checken wir über Nacht im kleinen Hafenort Wando ein. Morgens strahlt wieder die Sonne und die Drohne hat perfekte Sicht auf die umliegenden Buchten und Inselchen. Die frisch gestrichene Fähre sehen wir schon von der Dachterrasse des Hotels gelb und orange zu uns herüber blitzen und zweieinhalb Stunden nach dem Besteigen ebendieser rollen wir auf die Insel.
Schorsch:
Wir wollen zum Busbahnhof und haben genug Zeit uns durch die Stadt und wieder entlang den Fluß zu den Bussen zu arbeiten. Und auf den letzten Kilometern beginnt es sogar noch zu regnen. Im geräumigen Wartesaal werden die nassen Räder ordentlich in ihre Tütelchen verpackt. Eine Reinigungsdame mit Wischmopp hat mich wohl als potenzielle Schmutzbazille ausgemacht und wischelt die ganze Radleinpackzeit und auch noch später um mich und meinen Kram rum. Der Busfahrer ist Herr der Lage und gibt uns nur durch einen herablassenden Grunzlaut zu verstehen wohin ich das Gepäck einlagern darf. Die Räder sind ordentlich verpackt und kommen so ohne Murren von Irgendjemanden in den dicken Bauch vom Fernbus. In China war bei solch einer Busfahrt immer Irgendjemand, der das Handy auf Lautsprecher hatte, sich lauthals unterhielt oder Videoclips, mit sich im Sekundentakt ändernder Geräuschkulisse, anguckte. Hier ist Ruhe. Kopfhörer haben sich hier schon etabliert.
Immer wieder ziehen Schauer über die Hügellandschaft und verwandeln sie in dramatische Szenerien. Zunächst geht’s flott über die Schnellstraße. Dann aber, wandelt sich der Fernbus in einen Regionaltransport und jedes kleine Kaff wird angefahren. Es zieht sich und es ist schon dunkel. 6 Stunden Busfahrt gefallen mir weniger gut als mit der Eisenbahn.
Ich pass mich wohl immer besser an. Ich werde, bei den für mich nicht zu definierenden Speiseangeboten, weil hungrig und weil schon spät, etwas experimentierfreudiger. Bestellt wird ein Schweinefleischhaufen mit Zwiebeln oben drauf übersäht. Sieht schlimm aus und es schmeckt und ich putz es weg. Nur die Breze fehlt.
Mit der Fähre geht’s rüber zur Jeju Insel. Die Räder dürfen diesmal wieder über die Rampe zu den Autos geschoben werden. Kein Geschleppe, also. Und da sind sie auch recht gründlich. Jedes Auto und jeder LKW wird mit dicken Ketten an jedem Reifen verzurrt. Das dauert. Zum Glück dürfen wir vor den KFZ von Bord flitzen. Wird schon noch ein Weilchen dauern bis alle Ketten wieder lose sind. Wir halten uns derweil schon beim Mittagessen schadlos und können trödeln. Zimmerbezug ist hier wohl immer erst ab 15:00.






















