Ein Berg voller roter Torii (über 1000) – und voller Touristen. Meditative Ruhe gibt es da leider gar nicht und trotzdem, ein besonderer Ort. 500 Meter weiter und wir sind mit dem Fahrrad wieder allein unterwegs. Den gleichen Weg am Fluss entlang zurück nach Osaka, den wir her gefahren waren. Das macht gar nichts, weil er so wunderbar ist.
Diesmal übernachten wir in einem kleinen Privatapartment, südlich der Innenstadt. Gewissermaßen unter einer Autobahnbrücke, die auch einen Kanal überspannt. Ums Eck ist die Ausgehmeile, die wir gerne da liegen lassen, wo sie ist.
Der nachfolgende Radltag nach Kobe ist unspektakulär, aber nicht schrecklich, wie befürchtet. Die Strecke verläuft durch Wohngebiete, mehr oder weniger hoch bebaut, teils auch mit Industrie durchsetzt. Es sind nur ca. 50 km, aber mit gefühlt 500 Ampeln, die immer auf rot stehen, wenn wir ankommen. Die Schwungmasse wird jedes Mal abgebremst, absteigen, aufsteigen, die Masse wieder in Bewegung bringen. Das kostet Kraft und abends sind wir beide ziemlich geschlaucht.
Kobe ist eine seltsam verbaute Stadt. Als würde man sich ständig unterhalb oder innerhalb einer Achterbahn befinden. Kommt eher einem Albtraum nahe. Da retten auch Skulpturen und Kunstbauten nichts mehr. Die Stadt hatte nach den 90ern ein schlimmes Erdbeben zu verkraften, vielleicht ist das der Grund?
Schorsch:
Denselben Uferweg geht’s zurück nach Osaka. Übernachtet wird in einem kleinen Apartment unter einer viel befahrenen Brücke. Am nächsten Tag noch schnell entlang einer viel besuchten Prachtstraße, die dann doch garnicht so prächtig ist, weiter auf verschlungenen Wegen und kleinen Straßen von Osaka nach Kobe. Es ist keine Stadtgrenze auszumachen. Die eine Millionenstadt geht nahtlos in die andere über. Abends noch besuche ich das KAWASAKI Museum. Die Firma entpuppt sich für mich als riesiger japansicher Industriekonzern mit 100-jähriger Geschichte und 1878 in Kobe gegründet. Außer Motorrädern wurde auch noch so einiges Andere produziert. Riesige Frachtschiffe und U-Boote, Raketenteile, Hubschrauber, Teile für Hochgeschwindigkeitszüge, Straßenbahnen und Industrieroboter, und eine Tunnelbohrmaschine (dass die Japaner einen riesigen Spaß damit haben, erfahren wir später). Hübsch anzuschauen und Filme gab’s auch.
































