Ich hatte im Vorfeld keine allzugroße Lust auf Tokyo. Zu viele Millionenstädte haben wir in den letzten Monaten schon gesehen. Und Tokyo ist eine ständige Reizüberflutung! Was ansehen und wie dort hinkommen? Ich stecke das Handy kaum mehr in die Tasche, weil man das alles irgendwie gebacken bekommen muss. Die Bahnhöfe mit mehreren Etagen an Bahngleisen und kilomterlangen Verbindungsgängen sind wie ein 3-D Schach. Und das alles in einem umherflutendem Meer an Menschen. So ist Tokyo wie ein Schleudergang für mich und abends falle ich taumelnd ins Bett.

Was hängen bleibt? Dieser Großstadtmoloch funktioniert ganz wunderbar mit großer gegenseitiger Rücksichtnahme. Die Sehnsucht nach Nähe bringt seltsamen Dinge hervor: neben Katzen-Kaffee gibt es auch Schweine-, Wasserschweine- und Wieselkaffee. Im Cosplayviertel kommen 50 Touris auf ein zurechtgestyltes Girly. Tradition ist bei Hochzeiten hoch angesagt, genauso wie beim Sumokampf. An d e r – „alle gehen auf einmal Kreuzung“ – können bei einer Ampelschaltung 4000 Menschen gleichzeitig die Straße queren. Fischmarkt und Küchenmarkt sind an riesenhaften Pappmachéefiguren zu erkennen und Hochhaus reiht sich an Hochhaus, so weit das Auge reicht. Respekt vor jenen, die hier zufrieden leben.

Glücklich der, der in München lebt. Amen.

Am nächsten Vormittag zwitschern wir mit unserem kleinen Nissan Roox nach Tokyo, um unsere letzten Programmpunkte zu besuchen. Den Unicorn Gundam im Hafenviertel, den ich unbedingt sehen wollte, das Sumida Hukosai Art Museum und die Küchenstraße. D i e Gegend zum Thema Küche und Gastro, in der auch Läden mit den Plastikfoodmustern zu finden sind.

Schorsch:

Dann steht Tokyo auf dem Plan und das Auto verschwindet für 3 Nächte im Parkhaus  des Hotels in der Vorstadt Kawasaki. Schon etwas doof, ein Mietauto das ungenutzt rumsteht. Aber so sind wir flexibler als mit der Bahn zu reisen. Außerdem hätten wir die Fahrräder und Teile des Gepäcks irgendwo einlagern müssen. Keinen Schimmer wo. 

Mit der dann doch recht vollen Bahn, geht’s nach Tokyo zwei Mal rein und wieder raus. Dazwischen liegen einige bekannte Touri Plätze und volle Fußwege. Ich find’s aber trotz der Menschenmengen, oder gerade deswegen, recht interessant. Viele Manga-Girlies tummeln sich. Und ganz seltsame Tier-Kuschelkaffes gibt es. Für ein wenig Eintrittsgeld kann man mit kleinen Schweinchen, Katzen und Wasserschweinen kuscheln. Ein Hopp- On-Hopp-Off-Bus bringt uns sitzend durch den Tag und zum nicht ganz so tollen Sumo Ringermuseum. Hatte mir mehr erhofft. Zum Beispiel trainierende Ringer. Schließlich ist das Museum direkt beim Stadium. Das Viertel ist voller Sumo-Ringer-Themen. Da gibt‘s Lokale mit Sumoringer-Mahlzeiten und ein Lokal bietet an, trainierende Ringer – während man isst – zu bestaunen. Einritt pro Person 80 €, zzgl. der eigentlichen Mahlzeit. Da ist uns die Sache dann doch nicht so wichtig.

Am letzten Tag geht es mit dem Auto in die Stadt. Noch verpasste Punkte müssen abgeklappert werden. Ein Museum für irgendwas mit Bildern. Die Straße für Küchenbedarf, da gibt es unter Anderem die täuschend echt aussehenden Gerichte aus Plastik, die landesweit vor vielen Lokalen darbieten, was es drinnen gibt. Ich hatte mir aber eine Werkstatt erhofft, in der die Sachen produziert werden. Reicht aber die Zeit nicht, dass wir auf die Suche gehen. Aber der Zauberstabladen „Ollivanders“ ist hier zu finden. Hat jetzt umgesattelt auf Essstäbchen in allen Variationen. 

Schnell noch über sehr verschlungene Straßenführung runter zum Hafen und die riesige Unikcorn Gundam Kampfroboterfigur begutachten, der vor einem Einkaufszentrum steht.