Schorsch, Schneeaffentag: Eine kurze Wanderung geht hoch zum Onsen der Schneeaffen. Wir kennen die im heißen Wasser dümpelnden Affen aus dem 80er-Jahre Musik-Dokumentations-Film Baraka: atemberaubende Naturbilder von Vulkanen, Urwäldern, Wüsten, Tierwelt, aber auch heilige Orte und Rituale aus vielen Kulturen. Und zeigt die moderne Welt als Gegenstück zur Natur. Langsame meditative Naturaufnahmen stehen im Kontrast zu beschleunigten Bildern industrieller Prozesse und urbaner Hektik. Eine minutenlange faszinierende Einstellung zeigt dort die sogenannten Schneeaffen, wie sie in heißen Quellen der kalten Winterlandschaft chillen. Und! Für die Jahreszeit nicht so üblich, es ist ja auch noch nicht Winter und wenig Schnee liegt rum, sind sogar zwei am Beckenrand anzutreffen. Suuuuuuper Glück gehabt. Wenig später, nach ein paar Läusen aus dem Fell des Partners als Snack, trollen die sich auch zu Ihren Artgenossen den Berg hinauf. Für den Vormittag stand wohl ein wenig Menschengucken im Sinn des Affenpärchens.
(Petra: Übrigens – das Affenweibchen hatte nicht so rechte Lust auf Sex. Ein leichter Klapps von ihr auf den Schenkel des Männchens reichte aus und jener ließ augenblicklich und sehr manierlich von seiner Partnerin ab.)
Für uns geht’s los wieder Richtung Kobe.
In Kanazawa wird übernachtet. In drei Tagen um 10:00 muss das Auto abgegeben werden. 600 km sind zu rollen. Meist geht’s über die Sausebahn erstmal die Küste entlang, da ist es flach und hat keine Tunnel. Und außerdem wollen wir anders fahren als am Hinweg. Auf der Autobahn müssen wir aus Zeitgründen doch bleiben. Ist hier nicht so schlimm. Die Bahn geht meist etwas erhöht über der Landschaft dahin. Es ist regnerisch und draußen auf dem Meer ist‘s wohl arg schlechtes Wetter. Mächtige Wolkenwände beeindrucken und sogar eine kleine Windhose ist auszumachen. Und weil wir wiedermal den Kalender nicht lesen können, buchen wir eine Nacht zu wenig im Hotel in Kobe. Es muss noch eine Übernachtung her. Es ist langes Wochenende und alles ist ausgebucht. Für sagenhaft überteuerte 220 €, das günstigste in Kobe, finden wir ein Bettchen mit wenigstens lecker Frühstücksbuffet.
In Kobe wird noch Rumgelungert. Tempelbesuch mit vielen Einheimischen. Einige heiraten hier entsprechend ihrer religiösen Bräuche in einer hübschen Tracht und mit zeremoniellen Riten, der personalaufwändig durchgeführt wird, begleitet mit Trommel und Flötensound. Ungefähr acht bis zehn Priester, Musikanten und Helfer wirken in hübschen Kleidern bei der Zeremonie mit. Aber auch für Kinder gibt es was zu feiern. Was, bleibt für mich verborgen. Aber einige Kinderchen sind in traditionellen Gewändern unterwegs mit Verwandtschaft im Schlepptau.








































