Schorsch: Heute geht’s ans Abarbeiten der unbedingten Viewpoints. Da ist die Skyline mit dem über 632 Meter hohem Shanghai Tower und somit das höchste Gebäude von China. Da komm ich garnichtmal mit der Drohne so hoch. Versuche es aber und fange also einen Rundblick ein, der nicht durch die spiegelige Glasscheibe der Aussichtsplattform gestört ist. Hoch geht’s also zur Plattform und dem Rundumblick aus über 500 Metern. Nicht schlecht! Auch der Flaschenöffner fällt auf. Ein sogenanntes Hochhaus gleich ein paar Meter unterhalb. Dann geht’s mit der Kleinfähre über den Huangpu-Fluss. Ein Dame im schicken Radldress nützt die Überfahrt zum Selfies Posen. Ich knipse auch mit. Und schon kommen wir ganz locker ins Ratschen. Sie ist von Peking hierhergezogen und gibt uns Tipps welche Leckeren Törtchen wir in Suzhou, unserem nächstes Ziel, nicht verpassen sollten. Wieder an Land geht‘s dann gleich in die gemeinsamen Selfie-Vollen. So locker wäre in Japan keine Plauderrunde entstanden, obwohl ähnlich viel geselfiet wurde und ich mich auch ab und zu dazugeknipst hab. Die übervollen Tempelgärten sind ähnlich vollgestopft mit Knipsenden und Staunenden, wie überall anderswo, wo wir waren, auch. Hübsch angelegt und mit klingenden Namen, zum Beispiel „Garten des bescheidenen Beamten“ (Petra: welcher aber in Suzhou ist), aber für länger in Ruhe verweilen leider zu voll. Außerdem wird‘s frisch und hocken auf den kalten Steinmauern ist Nix.
Petra: Auf dem Weg zum sogenannten Altstadtviertel (hier dürfte wenig original alt sein), sehen wir wie hier der Städtebau funktioniert. Über mehrere Straßenzüge hinweg werden die Häuser frei geräumt und ein riesiges Areal wird neu konzipiert. Dieses kann dann durchaus den Look einer Altstadt bekommen oder es erwachsen hypermoderne Malls und Skyscraper. Für uns ein undenkbares Vorgehen, hier gehört das zur Normalität. Die Menschen sind Stolz über diesen Fortschritt, die Modernität, die in die Zukunft gerichtete Veränderung. Das Bewusstsein für den Wert von denkmalgeschützten Gebäuden wurde schon während der Kulturrevolution im wahrsten Sinne der Worte, zerschlagen. Neben den echten noch verbliebenen historischen Orten sind die „Antique Towns“ extrem beliebt oder es vermischt sich sowieso das Eine mit dem Anderen.
























