Schorsch: 6 Tage auf der Insel Pingtan brachten Nixtun und Bilder sortieren.
Fast komplett erträglich. Wäre da nicht der Wehrmutstropfen gewesen, dass weder ein Restaurant noch wenigstens ein kleiner Kaufmannsladen in der Nähe waren. So haben wir uns gleich am ersten Tag aufs Rad geschwungen um in den 10 km entfernten nächsten Kleinstadtsupermarkt zu radeln, um eine Packtasche mit Haferflocken Milch und Keksen und auch noch Bananen und Äpfeln zu füllen. Wäre das Wetter die nächsten Tage nicht etwas ungemütlich mit Wind und ab und zu Regen gewesen, wären wir vielleicht weiter rumgekommen. So aber, wurde lieber die Heizung aufgedreht und die Tage vertrödelt.
Und weil wir schon so faul waren, ging’s dann gleich auch mit der Taxe die 100 km zum Fährhafen. Gut so. Von der Insel kommt man nur mit Zug oder Auto runter. Die Brücke ist fürs Radl gesperrt. Und außerdem wäre der Weg zur Fähre garnichtmal so hübsch gewesen. Amüsant! Der Fährhafen ist voll von alten Shoppingqueens. Große Taschen, Koffer und Rucksäcke werden mit Billigfuddl Marke Temu-Kram vollgestopft. Viele kleine Päckchen, die wohl mit der Post versendet wurden, werden hier umgepackt und hinterlassen riesige Bläschenfolienberge. Die Grenzbeamten kontrollieren, dass auch keine Verpackung zu groß ist, schlendern mit dem Meterstab umher und messen. Mit vollgepackten Rollwägelchen geht’s dann im Gedränge durch den China-Ausreiseschalter auf ein kleines Schaukelbötchen, das dann allesamt über die Wellen schuggelt. Fröhliches Geplaudere unter den älteren Damen erinnert ein bisschen an Kaffeefahrten. Die erste Insel – Baigan – gehört dann schon zu Taiwan. Wir bleiben sitzen und schaukeln bald weiter zur Insel Nangan. Ein Militäraußenposten. Die Insel hat 9000 Bewohner, davon 3000 Soldaten, steht irgendwo geschrieben. Und weil die Anschlussfähre für den nächsten Tag wegen Starkwind ausgesetzt ist, sitzen wir hier fest. So bleibt uns ein Tag Zeit um festzustellen, dass es hier schäbig ist. Und tja, recht windig eben. Ein öffentlicher Bus lädt zur Inselrundfahrt ein. Das dauert, mit zwei mal umsteigen etwa eineinhalb Stunden. Von den angeblich zahlreichen Soldaten ist nix zu sehen, aber dass die hier gerne Garteln, schon. Mitten in einer Kleinstadt, vor dem Rathaus, da wo sonst eben der Rathausplatz ist, sind hier urban gardening Parzellen.
Petra:
Erstaunlicherweise liegen die ersten Inseln Taiwans nur einen Katzensprung vom chinesischen Festland entfernt. Land 11 unserer Reise. Nur mittels Inselhopping kommen wir auf die Hauptinsel Formosa, aber wegen starken Winds bleiben wir auf Matsu Island 2 Nächte statt nur einer notwendigen Nacht stecken. Ein Inselparadies ist dieser Außen- und Verteidigungsposten definitiv nicht. Jeder dritte Bewohner ist Soldat. Eher spröde, abgehängt und morbide, so der Eindruck. Das traf auf die Hafenstadt auf chinesischer Seite aber genauso zu. Trotzdem fanden wir abends noch ein sehr gutes gepflegtes Restaurant mit westlichen Gerichten (mit Käse überbackener Hühnchenrisotto) und rafften uns heute zu einer quasi Inselumrundung – in 30 Minuten machbar – mit dem öffentlichen Bus auf. Die Menschen machen das Beste daraus und ziehen praktikabel auf zentralem Platz Salat und Gemüse. Bei dem Foto mit der Katze ist zu erwähnen, dass das Gebäude im Hintergrund den Namen „Holiday Hotel“ trägt. Wer hier Urlaub macht ist nicht zu beneiden. Vielleicht die ein oder andere Freundin oder Frau eines Soldaten? Und die grünen Automaten bergen kleine Gimmicks, ohne dass man einen Kaugummi ziehen muss.

































