Ähnlich wie gestern geht es auf kleinen Straßen weiter. Bananenstauden häufen sich und erste Ananasfelder tauchen auf. Gemüse und Salat wird gehegt und gepflegt und wächst hervorragend. Einzig die landwirtschaftlichen Abwasserkanäle sind ein Dorn in Auge und Nase. Wohl sind es die Schweinezuchtbetriebe und der Dünger, die kein gutes Geruchsklima erzeugen. Immerhin erkennen wir die Berge schemenhaft durch diesige Luft.

In Chiayi beziehen wir ein thailändisches Hotel, das innen einem bunten Bilderbuch gleicht. Geschnitzte Möbel und Verkleidungen, bemalte Wände, große Holzfiguren und lebensgroße Tiere, Lüster, Laternen, Musterkacheln, Plastikdschungelpflanzen – das volle Programm! Ganz wunderbar.

Und dann – in einer Seitengasse stolpern wir in eine exorzistische Austreibung. Ernsthaft und ohne Witz. Jesusmaria, ganz wohl fühle ich mich bei der Sache nicht. Schließlich sind die bösen Geister nur ein paar Schritte von mir entfernt und werden von der maßgeblichen Person vertrieben. Hoffentlich ziehen sie nicht zu mir/uns um

Schorsch und ChatGPT:

Eine Straße zwischen den Welten – Daoistisches Ritual in Taiwan

Heute sind wir zufällig Zeugen eines Rituals geworden, das nichts mit Folklore oder Tourismus zu tun hatte. Mitten auf einer gewöhnlichen Straße wurde der Asphalt zum Übergangsort zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Diesseits und einer anderen, unsichtbaren Ebene.

Für uns war unklar worum es sich hier handelt, um was es ging. Fragen konnten wir keinen. Alle waren rund ums Ritual beschäftigt. Regelten den Verkehr, brachten Kerzen und Sand und weitere Utensilien an den richtigen Ort. Alle mit ernster Miene. 

Und weil es so unklar war um was es geht, hab ich die Szene mal der KI 🤖 beschrieben und folgende Antwort erhalten. Ob’s stimmt? Ich vermute die Junge Frau hat ein Kind an dieser Kreuzung verloren. 

Eine junge Frau stand im Zentrum des Geschehens. Um sie herum bewegte sich eine Frau mit dunkler, beinahe furchteinflößender Gesichtsbemalung. Sie tanzte nicht zur Unterhaltung, sondern arbeitete. Ihre Bewegungen waren kantig, abwehrend, manchmal aggressiv. In der daoistischen Tradition Taiwans verkörpert eine solche Figur kein „Böses“, sondern eine schützende Macht: eine spirituelle Mittlerin, die sich mit Kräften befasst, die man lieber nicht freundlich ansprechen möchte.

Auf den Boden waren schwarze Zeichen geklebt, darauf goldene Fußabdrücke. Sie markierten einen sicheren Weg durch einen gefährlichen Raum. Die junge Frau folgte diesen Spuren Schritt für Schritt – geführt, nicht zufällig. Es war der symbolische Rückweg aus einem Zustand der Unordnung, vielleicht ausgelöst durch Schock, Krankheit oder ein Unglück.

Mehrfach wurden Kreise aus Sand um sie gezogen. Diese Kreise dienten zugleich als Schutz und als Grenze. Innerhalb des Kreises war sie abgeschirmt, außerhalb blieb, was nicht zu ihr gehörte. Nichts davon war dauerhaft gedacht – alles war bewusst vergänglich, auf diesen Moment beschränkt.

Papierzettel wurden verbrannt, Trommeln gaben einen monotonen, ernsten Rhythmus vor. Das Feuer übertrug Bitten und Lasten in eine andere Welt, der Klang hielt die Ordnung aufrecht.

Am Ende wurde die junge Frau mit einem schwarzen Tuch bedeckt und in einen Schrein geführt. Schwarz stand hier nicht für Tod, sondern für den Zustand zwischen den Zuständen. Dann geschah etwas besonders Eindrückliches: Sie stieg in einen metallenen Ring, der langsam von unten nach oben über ihren Körper geführt wurde. Ein symbolischer Akt der Neuordnung. Was nicht zu ihr gehörte, blieb zurück. Was zu ihr gehörte, durfte mit nach oben.

Erst danach war das Ritual beendet. Die Straße war wieder Straße. Autos fuhren vorbei, Menschen gingen ihrer Wege. Doch für einen Moment hatte dieser Ort eine andere Funktion gehabt: Er war eine Reparaturstelle für das Gleichgewicht eines Menschen gewesen. Und im Schrein hocken danach alle zusammen und machen Brotzeit.

In Taiwan ist so etwas kein Relikt vergangener Zeiten. Es ist gelebter Alltag. Wenn etwas aus dem Lot gerät, wird es nicht verdrängt – es wird sichtbar gemacht, bearbeitet und wieder in Ordnung gebracht. Genau dort, wo es passiert ist.

So die Antwort auf meine Schilderung. Petra kauert in einer Ecke auf dem Stühlchen und malt Teile der Szene. Ganz am Ende wird noch die Straße von den Klebestreifen befreit. Und eine Junge Frau, die auch am Ritual beteiligt war, kommt zu Petra und wischt mit den Händen über sie hinweg. Auch für Petra sollen die Bösen Geister verschwinden. Nicht dass sich ein Ausgetriebener ein neues Plätzchen sucht.