Schorsch:
Mit 300 Sachen ging’s, leider meist im Tunneln raus aus dem herbstlichen Klima. Kunming ist vom Osten her durch einen Gebirgskette abgeschirmt, liegt auf 2000 Meter und ist frühlingshaft/herbstlich. Zumindest aber trocken und nicht ganz so kühl. Ich wage mich mit kurzer Radhose an die frische Luft. Und muss es büßen. Verkühle mir die Frontseite, und der in den verkühlten Magen gestapelte Schweinebraten (hier hat’s einen Deutschen Koch, ich konnte nicht passen) plotzt wie ein großer Ziegelstein im Magen und mag für 24 Stunden garnicht verdaut werden und der Krustengeschmack gulbt hoch. Hechelnd gehen 24 Stunden im Delirium verloren.
Der vom deutschen Koch/Manager kredenzte Jägermeister zeigt Wirkung. Auch Petra wird beschwingt weil auch Ramazotti vorsorglich eingefüllt wird und alkoholfreies Bier gab’s auch nicht. Ein paar Europäer die sich hier am Hotel-Stammtisch zum Alkoholkonsum treffen animieren zum Suff. So wird’s recht fröhlich.
Die Jungs und Mädels vom Thailandvisaamt zitieren uns dringend zur Kontaktaufnahme. Wir Radeln hin. Direkt im Zentrum, in einem der twin towers soll’s sein. Zunächst haben wir aber Parkplatzprobleme. Alles ist mit Scootern vollgeparkt. Wahnsinnig viele stehen hunderte von Metern eng in Reihe. Ein Fahrradparkschild tut sich auf. Ein hergeeilter grantig guckender Polizist ( siehe Foto) interpretiert das Schild beharrlich anders. Nach Diskussion ziehen wir weiter und finden weit weg zwei enge Abstellplätze zwischen Scootern. Ob wir da parken dürfen ist unklar. Schnell weg, bevor einer wieder böse guckt. Und ganz klar! Widerrede zwecklos. Die Ordnungskräfte, und es sind ganz, ganz viele, überall, müssen große Menschenmassen und Mofafahrer unter Kontrolle halten. Nix darf ausfranzen. Sonst wäre das Chaos komplett. Jeder würde aus der Reihe tanzen.
Unklar ist‘s dann auch im thailändischen Konsulat. Wir bräuchten gar kein Visum, meint die Dame. Nach Rücksprache mit dem Boss, wird dann doch ein 90 Tage Visum ausgestellt. Sonst nur 60. Vermutlich sollte auf die Visagebühr nicht verzichtet werden. Tage später bekommen wir bei der Einreise dann doch nur einen 60 Tage Aufenthalt genehmigt. Alles immer seltsam, bei so Behörden.
Petra:
Weil wir in Kunming die Weiterreise planen wollen und uns insbesondere um die Visas kümmern möchten, checken wir uns für mehrere Tage in ein schönes Hotel ein (die Wahl wird aufgrund deutscher Küche/deutschen Kochs getroffen). Die Onlineformulare für die Anträge sind zeitraubend und nervenaufreibend, die Bestimmungen tricky. Die Bearbeitungszeit liegt bei 3 Werktagen und übers Wochenende geht natürlich auch nichts vorwärts. Außerdem versuchen wir eine Auffrischungsimpfung gegen die japanische Encephalitis zu bekommen – leider erfolglos, weil in China der entsprechende Wirkstoff nicht zugelassen ist. Schorsch sucht ebenfalls vergeblich nach einem Case, in den sein neues Handy samt Objektiv passt. So radeln wir mal hierhin, mal dorthin … und die Tage vergehen.



















































