17,89401° N, 101,65513° O / 17,62502° N, 101,42242° O / 17,27893° N, 101,14643° O
Schorsch:
Die ersten Tage in Thailand waren ziemlich schockierend und arg bedenklich. Doch nun, nach ein paar Tagesetappen weg von Nong Khai entspannt sich die Situation und wendet sich zum Guten. Zunächst dacht’ich, Thailand ist nur ein von Pepsi dominiertes Land. Aber nun, bekomme ich überall ausreichend kühle CocaCola, dass dann bei Tretpausen an den zahlreichen Kioskkühlschränken auf mich wartet und dann kühlend und prickelnd die überhitzte Kehle hinabgluckern und sprudeln kann.
Es lässt sich gut den Mekong – drüben ist dann schon gleich Laos – entlang radeln. Am Ufer verläuft fast die ganze Strecke ein Geh- oder Radweg. Teilweise neu gebaut, teilweise ungepflegt versandet. Das ist zumindest von der Straße aus ersichtlich, endet aber oft abrupt. Haben es ein paar mal ausprobiert. Ist nicht machbar. Der Verkehr ist ruhig, es lässt sich auf der Straße gut radeln. Und außerdem geht’s durch die Dörfer entlang, was ganz nett ist. Das Haupttransportmittel ist der Motorroller. Da haben maximal 4 Platz, oder der Roller ist mit Beiwagen ausgestattet. Dann sind es Unzählige. Auch wird der Beiwagen gerne für eine rollende Geschäftsidee verwendet. Oft für handwerkliche Dienste und oft für was zum Futtern und oft auch als Transportmittel, dann meist überladen und vollgestopft mit Sachen. Und oft werden wir freundlich begrüßt, der Daumen hoch gehalten oder gefragt wo‘s hingeht. Nette freundliche Menschen. Übrigens! In den nächsten Tagen steht die thailändische General- und Parlamentswahl an. Zahlreiche Wahlplakate sind überall aufgehängt. Keines, aber auch Garkeines ist beschmiert oder irgendwie deformiert.
Die Strecke geht durch Dschungellandschaft und landwirtschaftliche Flächen in der Trockenzeit. Die Felder sind abgeerntet und der Umgebung fehlt etwas die Farbe. Tatsächlich sind die Guesthouses nicht allzuhäufig anzutreffen. Gute Planung ist erforderlich. Zwischen 40 und 107 km weiten Tagesetappen sind nötig. Und auch hügelig wird’s. Wie auf Wellen geht’s ständig rauf und runter. Die Dame hat jetzt eine neue Krone und legt entsprechend einen Zahn zu. Ich hechle bei teilweise über 30 Grad hinterher. Die bisher gewohnten Luxusunterkünfte sind rar. Macht aber nix. Wenn’s dann doch aber wieder hübsch, sauber und gemütlich ist, ist’s auch wieder toll. Gerade ist in Dan Sai ein Resort mit großem Zimmer, Pool und dichter Moskitonetz-Tür zur geräumigen Terrasse für 3 Nächte unsere Residenz. Die Tür kann nächtens also offen bleiben und für Durchzug sorgen. Nur ein sehr lauter Gecko stört das Schlummern. Aber ganz schön. Besser als Motorgebrumme allemal. Alles ist ansonsten ruhig und störungsfrei. Außer ich, und das ist neu! Auf’m Rücken liegend wach ich von meinem eigenen Geschnarche auf. Wir sind hier die einzigen Gäste und werden entsprechend beim lecker Frühstück umsorgt. Ein Restaurant mit Abendessen ist auch dabei. Und hab ich’s schon erwähnt! Es wird wieder mit Messer und Gabel gespeist. Suuuuuuper! Ich kann wieder schnell reinschlingen.
Petra: Chiang Khan
An unserem dritten Radltag (nach den ,Übernachtungen in Si Chiang Mai gegenüber Vientiane und Sangkhom) haben wir ohne große Anstrengung 107 km mit 500 Hm hingelegt. Nicht schlecht. Gestern und vorgestern waren wir wegen der Hitze ziemlich kaputt und froh mittags schon beim jeweiligen Guesthouse angekommen zu sein. Heute gab es einfach kein Quartier auf der Strecke, beziehungsweise nur eine maßlos überteuerte, muffige Hütte ohne die Chance auf ein Abendessen.
Jedenfalls ist die bisherige Strecke angenehm zu radeln. Wenig Verkehr, hin und wieder kleine Dörfer mit bestenfalls Standl und Buden, rechterhand der mit tausend grün überwucherten kleinen Sandinseln durchsetzte Mekong, eingerahmt von einigen hundert Metern hohen Hügeln, die auch mal Felsen zeigen. Es soll diese Strecke wohl ein durchgehender Radweg von Nong Khan entstehen. Ca. 80% davon sind fertig gestellt. Leider fehlen aber alle Brücken über Bäche oder kleine Taleinschnitte, so dass wir eigentlich keinen Meter nutzen können, weil der Weg dann unvermittelt irgendwo als Sackgasse endet, obwohl er 20 Meter weiter weiterführen würde. Wir haben es inzwischen aufgegeben, den tatsächlichen Radweg zu nutzen.
Dan Sai: Wir sitzen jetzt zwar wieder auf den Radln, aber so richtig am Stück die Tour durchziehen, dazu sind wir dann doch zu bequem. Hitze und hügeliges Gelände schieben wir drei Tage beiseite und es wird im Schatten die Website aktualisiert und – welch einschneidende Veränderung – ich beantrage die Rente für langjährig Versicherte. Die aktuellen Äußerungen von Söder und Bas nahmen mir die Zuversicht, dass ich damit bis zu meiner Rückkehr warten könne. Glücklicherweise habe ich mich Anfang letzten Jahres ziemlich tief mit dem Thema beschäftigt, sonst wäre das aus der Ferne schwer lösbar gewesen. Eine Stunde ging alleine schon damit drauf, herauszufinden, dass der ID-Nachweis mit der Ausweis-App nicht mit dem Safari-Browser funktioniert, sondern nur mit Chrome. Ansonsten kann ich nur jeder/m empfehlen, der das noch vor sich hat, vorher einen Kurs oder eine individuelle Beratung zu buchen. Trotzdem hatte ich danach eine unruhige Nacht, weil mir im Traum noch Eingabefehler entgegensprangen. Bleiben die Effekte dann bis zum Lebensende?




















































