(12,58044, 99.95496) (12.2416851, 99.9853324)

Schorsch:

Die etwas hügelige Grünlandschaft ist fast hundefrei. Zumindest keine größeren Angriffe erfolgen auf den Kleinstraßen nach Hua Hin. Die Stadt ist auch schon mal Feriengegend der Königin. Und Touristadt mit Strand, Westfood, Animierdamen und großem Einkaufszentrum. Bei mir bröselt es langsam im Outfit. Die Birkenstock-Sandalen sind nicht mehr so ganz so gut und müssen unbedingt durch neue Adventure-Sandalen ersetzt werden. Die Radhandschuhe sind nicht mehr hilfreich. Der Stoff ist von der UV Strahlung porös und mürbe. Zerfällt beim daran zupfen in Sonnenstaub. Hab aber noch Ersatz dabei. 11 Monate und 7200 km, meist in der Sonne, sind’s jetzt. Eventuell hält das Ersatzpaar ähnlich lange. Dann komme ich durch. Für mein Radl wären neue Steckpedale hilfreich und beim Packtaschenhalter ist der letzte Gute im Einsatz. Ersatz wäre beruhigend. Aber! Lieferzeit 7 Tage. Is also nix.

Beim Rückweg ins Guesthouse hat sich die Stadt verwandelt. Nächtens locken zahlreiche, wirklich viele Animierdamen westliche Touristenmänner. Hätte eigentlich gedacht, dass in Thailand Prostitution verboten ist. Schert sich wohl Keine drum. Lieber kommen gut zahlende Westmännchen ins Land. Vielleicht täuscht’s mich auch, aber ich habe den Eindruck, dass viele der männlichen Besucher Glatze haben. Die Alten, meist schon etwas gebrechlichen, leiden wohl unter natürlichem Haarausfall, die etwas Jüngeren, meist in Gruppen unterwegs, haben sich die Glatzenfrisur selber zugelegt. So ganz Hooligan mäßig. Sicher grölen sie später noch! Wir finden nur schwer eine Milchbar für einen abendlichen Absacker.

Tags darauf. Es geht die Küste entlang. Sogar einen Radweg gibt’s. Schöne Aussichten. Auf der einen Seite grüne Hügel in der Ferne, auf der anderen Seite Meeresstrand. So mag ich’s haben. Und das Resort ist recht einladend. Hier mag ich länger bleiben. Einen Pool hat’s auch. Meer wäre möglich, aber es sind weite Wege vom Ufer bis das Wasser wenigstens bis zur Bauchhöhe reicht. Es geht recht flach rein. Drei Nächte saugen wir uns hier fest. Auch einen Roller wird gemietet und die Sehenswürdigkeiten angefahren. 

Petra:

Im Augenwinkel bricht sich noch die immer tiefer sinkende Sonne durch einige Palmenblätter. Dauert nicht mehr lang, dann verschwindet sie hinter dem Dach und der Abend ist eingeläutet.

Bis wir heute Vormittag aus der eher unangenehmen Stadt Hua Hin heraus waren, brauchte es schon 10 km. Das Zentrum war am Abend vorher ein einziges Animierviertel. Es ist schon bedrückend zu sehen, wenn junge Frauen mit vielleicht 20 oder 25 Jahren bei 70-jährigen weißen Männern ihr Einkommen verdienen müssen. Entweder werden die Frauen wohl gleich für den ganzen Urlaub gebucht oder zum Stundensatz von 12,50 €. In der Stadt sind zwar auch ausländische Pärchen und Familien unterwegs, aber sie wirken fast schon fehl am Platz. Die Mehrheit sind ältere Männer und ein paar Ausnahmefrauen mit jungen Männern. Deshalb waren wir einigermaßen froh, nach einer Empfehlung in einem kleinen Familienbetrieb mit fünf Hütten gelandet zu sein – eher in einem Ausgehviertel der Thais.

Je weiter wir nach Süden radeln, desto hübscher wird die Aussicht. Später sogar auf Radwegen, rechts von uns Weiden mit Kühen zwischen Palmen, vor kleinen Kalksteinbergen im Hintergrund. Links von uns die Küste mit Blick auf ein paar vorgelagerte Inseln. Eine leichte Brise von vorne verlangsamt zwar unser Vorwärtskommen, dafür ist es aber nicht unerträglich heiß. Nach knapp 60 km erreichen wir unsere Unterkunft, ein großzügiges und sympathisches Resort mit Pool und Restaurant, grünem Garten und Balkon zum Sitzen und übersichtlicher Anzahl an Gästen.