(9.13639, 99.33228) (8.92325, 98.87559) (8.51226, 98.64279)
Schon länger nichts mehr aufgeschrieben. Die Tage sind befüllt mit Radlstrecken zwischen 60 und 80 km. Nur in Surat Thani blieben wir zwei Nächte, weil wir unser Touristenvisum um 30 Tage verlängern wollten. 15 km außerhalb der Stadt war das zuständige Immigration Office irgendwo zwischen den Palmenplantagen angesiedelt. Weil wir vorher noch Bargeld am Schalter der Bangkok Bank abholen mussten, mit grob 55 Euro je Visa ist das nicht so ganz günstig, verpassten wir es frühzeitig anzukommen. Die Wartestühle waren entsprechend fast schon alle besetzt. Etliche Formulare waren auszufüllen und Kopien beizulegen von Pässen und eVisas. Nur in einem Shop außerhalb des umzäunten Geländes konnte man diese anfertigen. Über eine versteckte Zaunlücke erreichbar, stapften also sämtliche Touristen in den kruschteligen Laden und beteten, dass der extrem langsame Kopierer durchhalten möge. Dann zurück zum Automaten, um eine Wartenummer zu ziehen und alle wieder zu treffen. Aber immerhin waren wir zum späten Mittagessen wieder zurück in der Stadt. Kurzentschlossen ließ ich mir die Haare schneiden, weil die langen Haare unter dem Helm im Nacken einfach zu warm sind und dann die Kopfhaut juckt. Nächster Tagespunkt: um wirklich alles getan zu haben, etwaige Flöhe oder gar Floheier abzutöten, wanderte mein gesamter „Kleiderschrank“ in die 60 Grad Wäsche mit anschließender Turbotrocknung. Praktischerweise gibt es in Städten und Dörfern oftmals offene Waschsalons. Hier recht modern, auf dem Land eher ganz schlicht, einige herumstehende Maschinen unter einem Blechdach mit Münzbetrieb. Aber es scheint sich im Hintergrund immer jemand um die Maschinen zu kümmern, denn sie tun ihren Dienst und wirken gepflegt. Danach noch ein gemeinsamer Spaziergang zum Abendessen und zurück – das war’s dann schon wieder mit dem Tag in der City. Sehenswertes verpassen kann man in dieser Stadt aber auch rein gar nichts.
Die Radstrecken ziehen sich jeden Tag durchs üppige Grün. Kaum Verkehr, auf den kleinen Wegen oder Landstraßen. Einzig die Bauern, die in die Plantagen fahren um die Palmenblätter zu kappen oder die Palmölfrüchte zu ernten. Palmöl ist quasi in jedem zweitem verpacktem Supermarktprodukt enthalten, was erklärt weshalb Südthailand von Plantagen überzogen ist. Gänzlich ohne Maschinen werden die bis zu 50 kg schweren Fruchtkörper per Stangenmachete abgetrennt und zu Sammelhaufen an die Straße geschleppt. Deshalb gibt es hier praktisch gar keine Gebiete mehr mit altem Baumbestand, geschweige denn Urwald. Bestenfalls in einer Ecke eines Nationalparks oder ein alter Bodhi-/Banyanbaum bei einem Wat. Auch im Blu Monkey Resort auf unserer Strecke tauchen wir in alten Baumbestand und quasi in einen botanischen Garten ein. Heute ging es zwischen Kalksandsteinbergen vorbei und über hügeliges Gelände. Alle 15-20 km gibt es einen Shop mit Kühlschrank, die natürlich immer angesteuert werden. Wichtig dabei: zwei Schattenplätze zum Sitzen und Abkühlen. Phasenweise ist es extrem heiß und wenn sich bei einer Steigung eine Wolke vor die Sonne schiebt, danke ich dem Universum dafür. Im Schatten sind nachmittags immer 35 Grad. Keine Ahnung, wieviel es dann in der Sonne sind. 50? Schon sehr erfreulich, dass wir unser Pensum gut weggestrampelt bekommen. Etwas Schulterklopfen darf da schon sein.
Schorschi:
In Surat Thani ist erstmal ein Tag Organisationspause. Das 60 Tage-Visum muss um weitere 30 Tage verlängert werden. Und das rechtzeitig, schon zwei Wochen vor Ablauf. Wenn’s nicht klappen sollte, bleibt noch Zeit das Land zu verlassen. Klappt aber. So können wir weiter trödeln und sogar mal länger Urlaub machen, wenn’s mal wo passt. Das Visa-Büro ist 15 km außerhalb von Surat Thani. Mitten auf dem Land. Seltsam! Wir schuggeln mit der Taxe hin und zurück. Es warten schon einige Touristen aus allen möglichen Ländern. Der Reisepass muss noch kopiert werden und das E-Visum ausgedruckt. Dazu muss der Kiosk über der Straße aufgesucht werden. Das E-Visum ist E und ich mags per Mail an den Kioskmann zum Ausdrucken senden. Gleichschonmal aufgemerkt für mich selber. T-Online Mails mögen nicht so recht mein Handy verlassen. Oft bockts und es kommen Fehlermeldungen. Grrrr! Beim nächsten Mal Google-Mail verwenden! Der Kioskmann ist da wohl erfahren, schließlich kommt bestimmt jeder Verlängerungswillige zu ihm rum. Er knipst mit seinem Handy meinen Bildschirm ab und druckt’s dann aus. Vielleicht könnten die im Visaamt auch Ausdrucken, denk ich mir. Wollen sich aber wahrscheinlich nicht mit so Technikpfeifen wie mich rumärgern. Ansonsten gibt Surat Thani nicht viel her. Ist wohl Transferhafen für die, die zu den Inseln Ko Samui und Ko Pan-Ngam wollen oder kommen. Das Touri-Klientel sind hier eher junge Pärchen auf Badeurlaub. Die gesichteten Rollkoffer treten hier gehäuft auf. Mir beschert der Touridurchgangsort eine Pizza und ein leckeres Burgergrill-Restaurant.
3Tage Querung:
Wir starten zur Querung von der Ostseite zur Westseite, Richtung Krabi. Eine eigene Streckenplanung ist erforderlich. Bisher folgten wir zum Großteil einer Route von einem aus der Thailand-WhatsApp-Radlgruppe. War ganz OK. Er hatte auch große und verkehrsreiche Straßen, wenn möglich, vermieden. Der war aber mit dem Zelt unterwegs. Auf seiner Route würden wir kein passendes Hotel im Radelumkreis finden. Außerdem geht seine Strecke diesmal auf großen Straßen entlang.
Jetzt, im Inneren des Landes, sind zahlreiche hübsche, grün dschunglige, steile Hügelchen. Was aber die Wegführung teilweise einschränkt und ab und zu etliche Kilometer auch auf mittelgroßen und leidlich verkehrsreichen Straßen abgerollt werden müssen. Und, natürlich wenn Hügel nicht weit sind, ist auch die Landschaft wellerig. Es kullern über den Tag einige Höhenmeter zusammen. Die Landschaft und Umgebung gefällt. Und kaum Hunde nerven. Tatsächlich sind die Unterkünfte nicht so üppig verbreitet. Dennoch gibt‘s von 3 Übernachtungen 2 mal welche mit Kühlpool und einmal sogar mit angeschlossenem Restaurant. Ein recht ansprechendes Resort mitten im kleinen Urwald. Würden sogar noch eine Nacht dazu buchen, ist aber dann bereits voll. Wohl wegen Wochenendannäherung.



















































































