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Petra:
Abschied vom süßen Leben auf Ko Lanta. Mit dem Speedboat und mit vornehmlich Menschen in den jüngeren Dekaden peitschen wir über die Straße von Malakka. Wie sich das schon anhört: verwegen! Einige der Passagiere haben bemerkenswerte Tatoos. Vorallem die Taucher, haben wir festgestellt, neigen zu großflächigen echt coolen Kunstwerken. Wir sind quasi mit die Ältesten hier. Unser Boot stoppt an etlichen kleinen Inseln, allesamt Sehnsuchtsorte von Paradiesträumen. Rollkoffer, Rucksäcke und gechillte Traveller warten auf die unterschiedlichen Zu- oder Wegbringer. Für viele der hiesigen Thais geht die Saison mit guter Verdienstmöglichkeit jetzt zu Ende. Es folgen acht Monate in denen es Nichts außer Fischen für sie zu tun gibt, bis zum nächsten Dezember. Im ganzen Land, mal von Bangkok abgesehen, sieht alles nicht nach ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten aus. Wie die Leute finanziell damit über die Runden kommen? Der Mindestlohn liegt laut unserem Loose Reiseführer bei etwa 12 Euro am Tag. Der Durchschnittstourist gibt dagegen das 15-fache täglich aus, was hilfreich ist. Und die aktuelle Krise mit Krieg im Nahen Osten verschärft alles natürlich noch. Am frühen Nachmittag kommen wir an der Insel Lipe an. Über schwimmende Pontons gelangen wir ans Ufer. Der hiesige Strand ist der Umschlagplatz für den gesamten Wasserverkehr. Plastikstühle in Reihe sind die Wartehalle, zwei Container dienen als Fahrkartenschalter und Immigration Office. Die Bucht ist Badestrand und Hafen in einem. Gepäck wird bei Bedarf mit Handwagen ein paar Meter über den Sand gerollt und bei Sonnenschirmen geparkt. Aufs Boot gelangen wir diesmal nur per Longtailboat mit Umstieg über die jeweilig tanzenden Bordwände. Das Gepäck wurde schon vorher hinübergeschippert. Das alles hat definitiv einen Robinson Cruseo touch. Sehr witzig, sehr besonders!
Angekommen in Kuah, sind wir zu faul und zu bequem um auf Langkawi zu radeln. Ein schraddeliger Scooter trägt uns zwei Tage lang um die Insel und auf einen der höheren Berge. Auf den höchsten Gipfel gehts mit einer von Österreichern gebauten Gondelbahn. Zusammen mit einer Hängebrücke das allgemeine Besucher-Highlight der Insel, mit allem möglichen Drumherum: Glasbodenterasse oben, Shopping Village, Tiergehege, 3D-Kino unten. Und hier tummeln sich auch etliche Brillenlanguren, die wir vorher nur kurz im hier reichlich vorhandenem Dschungel erhascht hatten. Sie sitzen interessiert zum „Touristenschauen“ herum oder toben in den Bäumen. Die Babys sind bis zum sechsten Monat orange, bis sie ebenfalls dunkel werden. Unglaublich, so nah in ihre schwarzweißen Gesichter schauen zu können.
Wir sind hier zwar auf einem traumhaften Inselarchipel, aber das Strandleben ist hier anders, als in Thailand. Die Strände sind kaum besucht, denn westliche Touristen sind selten. Muslimische Familien sitzen bestenfalls beim Picknick im Schatten – eher mit langem Gewand und die Frauen mit Tudong (Oberkörper bedeckendes Kopftuch). Nur die jüngeren Familienväter sieht man mit Shorts, wenn sie mit den Kindern (in modest swimwear – sowohl als UV-Schutz, als auch als anständige Bedeckung) mal ins Wasser gehen. Lieber trifft man sich abends bei den reichlich vorhandenen Essensständen mit Plastikstühlen unter Wellblech- oder Stoffplanendach.
Schorschi:
Von Ko Lanta aus mit dem Boot zum Hat Chao Mai Nationalpark und dann weiter Radeln ging nicht. Die Schiffsverbindung ist eingestellt, sagt man. Saisonende. Schade! Hatte gehofft dort Dugongs beim Grasen an den dort, mittlerweile seltenen Seegrasflächen beobachten zu können. Hätten dann allerdings die meiste Radstecke im hohen Bogen und auf verkehrsreichen Straßen treten müssen. So, also schippern wir gleich nach Lankawi Island. Das ist dann schon Malaysia. Der Grenzer ist entspannt und wie immer alle bisherigen Grenzer, recht freundlich. Keiner interessiert sich für unser Gepäck und was drin is. Wir kommen allerdings nicht an dem geplanten Hafen an. Weil ein Hotel aber im im Einreiseformular angegeben werden musste, ist das beteits gebuchte Bettchen quer über die Insel weit weg. Ein Taxi schafft Abhilfe. Und gleichschon wird klar, dass es hier hügelig wird. Für einen Inselbesuch mit Wohlbefinden muss ein Scooter her. Dann klappt’s auch mit dem 800 Meter hohen Gunung Raya Berg, dem höchsten Berg der Insel. Wenn ich schon keine Dugongs besuchen kann, entdecke ich wenigsten ein paar Brillenlanguren in den Bäumen des Urwaldes. Attraktionsreich geht’s dann auch noch mit der auf Massentouristen und Kreuzfahrtschiffanlandern ausgelegten Seilbahn auf den zweithöchsten Berg der Insel, dem Gunung Machinchang. Aber! Das ist wohl der älteste Berge in Südostasien. 500 Millionen Jahre alt, also doppelt so alt wie das Dinosaurierzeitalter. Wer hätt’s gedacht?
Der danach aufgesuchte Strand wird nur von wenigen Einheimischen in Ganzkörperbadekleidung und vereinzelten Westlangnasen besucht. Ist auch nicht ganz so toll. Das Wasser ist trübe und nach 100 Meter ist immer noch sandiger Boden unter meinen Füßen. Guck ich mir lieber die Sandbubbler-Krabben und die von ihnen über den Stand verteilten tausende gerollerten kleinen Kügelchen an.
Die Kügelchen entstehen beim Futtern. Sie nehmen Sand in ihre Scheren, filtert daraus organische Nahrung (Algen, Mikroorganismen, abgestorbenes Material) und der ausgespuckte saubere Sand wird zu kleinen Kugeln geformt und neben dem Loch abgelegt. Damit die kleine Krabbe auch immer schön weiß, welche Sandkörner schon ausgelutscht wurden. Fleißig wird überall gekullert. Beweg‘ ich mich etwas, flitzen zig kleine Krebse in ihr Sandloch zurück.



























































