(6.39604, 100.14368) (6.11816, 100.36820) (5.79581, 100.36961) (5.42321, 100.33497)

Wir betreten das Festland wieder in Kuala Perlis. Auf den ersten Blick ein einfacher Ort, aber hier ist irgendwie schon mal alles mehr im rechten Winkel und stabiler gebaut, als in Thailand. Weil wir uns entscheiden hier über Nacht zu bleiben – die Fähre kam erst am frühen Nachmittag hier an – gehen wir auf Erkundungsrunde. Auf der anderen Flussseite sind die alten Holzhäuser der Fischer plötzlich bunt mit Street Art bemalt und eine regenbogenfarbene Fußgängerbrücke überspannt den Fluss. Von einem jungen Mann erfahre ich, dass dies in einem Projekt, von dem Raja von Perlis und der hiesigen Polizei vor wenigen Jahren initiiert, gestaltet wurde um den Tourismus anzuziehen und ein positiveres Umfeld für die Bewohner zu schaffen. Eine gute Sache, die wohl auch den entsprechenden Erfolg brachte.

Und Nachts regnet es für uns seit Langem das erste Mal. Und zwar richtig. Blitz und Donner lassen die Fenster beben. Auch die nächsten Tage ist Regen angesagt, aber glücklicherweise nur in den Nachtstunden.

Untertags ist wieder Schwitzen angesagt. Die Strecke verläuft nah der Küste und durch viel Grün. Das Radeln macht nach der ganzen Faulenzerei richtig Spaß. Einzig der überall verteilte Müll ist eine echte Schande und schmerzt. Das toppt hier noch Süditalien und die Türkei und eigentlich sind wir ja schon gut von den asiatischen Verhältnissen abgehärtet.

Wie witzig – mitten an irgendeiner kleinen Landstraße pausieren zwei Tourenradler mit Gepäck. Es sind Mahyudin und Wan, zwei malaysische Jungs, die gerade zwei Tage und gute 100 km von ihrem Startpunkt unterwegs sind. Bei uns sind es quasi ein Jahr und zwei Tage. Jedenfalls sind die Beiden richtig gut drauf, wir lachen viel und logisch, sind sie fleissige social media User und wir tauschen unsere Insta Kontakte. Und jetzt kommt‘s. Einen Tag später bekomme ich eine Instagram-Anfrage. Ein Salzburger Radlpaar meldet sich. Sie liegen zwei Tagesetappen hinter uns, ebenfalls schon lange unterwegs und mit der gleichen Erfahrung, dass sie bisher nicht wirklich andere Fernradler getroffen haben. Wir verabreden uns gleich zu einem gemeinsamen Treffen in Georgetown. Und die hatten eben auch Mahyudin und Wan getroffen und so von uns erfahren. Altmodischer geht’s ja gar nicht! Original wie zu Marco Polos Zeiten.

Nach Alor Setar und Yan errreichen wir Georgetown.

Schorsch:

Sind hier eher die Katzen, die vorherrschend wohltuende Ruhe ausstrahlen. Hunde sind rar und die, die mir über den Weg laufen, sind angenehm freundlich. Muss nicht mehr ständig auf der Hut sein, ob ich einer Attacke ausgeliefert bin. Beruhigend. Und auch die Katzen tragen dazu bei, das thailändische Hundetrauma aufzuarbeiten. Völlig entspannt platziert bereichern die Miezen die Landschaft und Shops. Gerne an Plätzen wo für mich ein wenig Neid aufkommt. Sichtlich entspannt und genießend auf der Kühltruhe. Kein schönerer Platz auf dieser Welt ist wohl findbar. Ein bisschen erahne ich das Glück bei dem Inhalt der Truhe. Ein kühles Eis soll’s sein. Zum Glück lagert es in einer zugänglichen, anderen Truhe. 

Meine Stadt, Schorschistadt (Georgetown) ist für uns Zweiradler mit der Fähre erreichbar. Alles bestens organisiert mit elektronischer Zugangsregelung per Kartenzahlung. Da war die letzte Flussquerung schon mal anders. Alles selber aufs Bötchen hieven und dabei ins Wasser trapsen.