Schorschi:

Ein Jahr sind wir jetzt unterwegs. Ein spannendes Jahr und bisher war alles phantastisch. Gefällt mir gut, so durch die Welt zu Gondeln. Spannend, öfter mal das Land zu wechseln und spannend, die verschiedenen Kulturfeinheiten wenigsten zu erahnen. Spannend, sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einzulassen und super, wie alles dann doch immer reibungslos klappt. Und super auch, wie uns überall, wirklich überall die Menschen freundlich und immer hilfsbereit in ihrem Land sehr gastfreundlich geholfen haben. Spannend wie’s weiter geht. Jetzt Malyasia und dann zum Insellhopping nach Indonesien. Dann, weiter Planen. Es kommt so langsam die Regenzeit auf uns zu. Mal sehen, wie sich das auf mein Wohlbefinden und den Reise- und Radelspaß auswirkt. 

Wenn ich heute darüber nachdenke, dass für die Reise ein bis zwei Jahre angedacht  wurden, kann ich mir jetzt garnicht, so garnicht vorstellen nach einem Jahr die Heimreise anzutreten. 

Petra:

Ein Jahr auf Reisen. Eindrucksvoll, direkt, im Hier und Jetzt, im Alltäglichen. Ein Jahr fast ohne Regen beim Radeln (das wird sich ab jetzt ändern)! Ein Jahr ohne schwerwiegende Probleme und ohne bösen Unfälle. Nur kleine Blessuren ermahnen, dass es auch schnell mal ganz anders sein könnte. Ein Jahr ohne Fernsehen und ohne Kühlschrank (der mit gewohnten und wunderbaren Dingen befüllt ist). Das Essen war insgesamt passabel, selten so gut wie zuhause, dafür kein Kochen, kein Abwasch, kein Putzen. Die Ansprüche sind inzwischen heruntergeschraubt, um so größer die Freude, wenn es richtig gut schmeckt.

Die Vorstellung, während des Reisens die Zeit oder viele Möglichkeiten zum Malen zu finden, war etwas illusorisch. Zu heiß, kein geeignetes Motiv, zu faul, zu wenig Zeit mitten auf dem Tagesweg – sind nur einige der Ausreden. Vielmehr gehen mir meine Kunstmädels ab, der Austausch, die Diskussionen und Erwägungen, der Ansporn, das gegenseitige Mitziehen. 

Einzig die sozialen Kontakte sind rar und wenn man selten einmal in ein Gespräch kommt, ist dies leider nur ein kurzer Austausch. Früher, vor Social Media war das anders, aber heutzutage schaut jeder ins Handy, wenn man mal auf irgendetwas warten muss. Das ist echt überall gleich auf der Welt. Davon abgesehen trafen und treffen wir – abgesehen von den thailändischen Touristenhotspots – auf keine anderen Reisenden und selten auf Einheimische, die besser Englisch können. Das ist wirklich ziemlich Schade.