Petra:

Wir strampeln heute wieder viele kleine Straßen entlang. Dabei umgehen wir verkehrsreiche Strecken, müssen aber die ein oder andere Schiebestrecke bewältigen, wenn die Kraft selbst mit erstem Gang nicht mehr ausreicht. Aber alles gut, Temperaturen und Landschaft sind perfekt.

Sightseeingspots und Touristendörfer sind immer noch sporadisch besucht. Die Touristen, die man in den wenigen geöffneten Cafés und Tavernas sitzen sieht, wirken sehr verloren. Und auch wir sitzen zum Essen allein auf einer Terrasse mit traumhaften Ausblick.

Da es aus ökonomischen Gründen keinen Unterschied macht, ob wir ein günstiges Zimmer nehmen und extra Abendessen gehen und Frühstück kaufen müssen, entscheiden wir uns für eine all inklusive Anlage. Erster Poolbesuch bei gefühlt 13 Grad kaltem Wasser belebt alle Ermatteten.

Schorschis Senf:

Badetag

Heute kommen wir früher los. 9:30. Nach selfmade Frühstück im B ohne B. Die Route ist ein Mix aus BikeMap Planung und dem Routing auf dem GPS. Da hab ich als Routingoptionen Fahrrad – geringe Steigung, eingestellt. Gelegentlich weichen wir von beiden Routen ab und folgen den Straßen auf dem GPS Display die als „für Fahrrad geeignet“ markiert sind. Also möglichst kleine Straßen, aber mit dem Versuch nicht allzuviel Höhenmeter zu sammeln. Die kleinen Straßen sind wenig befahren und landschaftlich recht hübsch. Auf Schlaglöcher, Sand und Schotterpassagen muss aber schon geachtet werden. Auffällig auch, dass weniger Müll rumliegt. Auch in abgelegen Gegenden sind schon mal große Mülltonnen aufgestellt. Das macht’s besser. 

Die ganze Insel ist recht gebirgig und zu den Rändern hin recht hügelig. Heute geht’s aber auch mal direkt am nördlichen Ufer von Korfu entlang. Immer den phänomenalen Blick auf die albanischen Berge.

Navigation: Von BikeMap bin ich eigentlich insgesamt nicht so begeistert. Teilweise würde es damit extreme Steigungen entlanggehen oder tatsächlich BTB Strecken, bei denen ein Esel vors Radl gespannt werden müsste. Allerdings zeigt BikeMap mehr Streckeninfos an. So wie Beschaffenheit der Streckenabschnitte und Höhenprofil. Die nächste Route werde ich dann mal mit BaseCamp planen und dann zu BikeMap übertragen. Mal sehen. Die für Fahrradfahrer angepassten OpenStreetmap Karten, die hab ich mir für alle Länder der Reise, sowohl für das Garmin als auch für BaseCamp, mühevoll von Velomap.org (15€ Jahr) gezogen. Ist ein kostenpflichtiges Jahresabo nötig. Aber der erste Eindruck beim Livetest ist ganz gut. 

Durch unsere Navigationsmöglichkeiten und über Booking.com wird klar, dass gleich 400 Höhenmeter anstehen würden und die nächsten 40 km wohl kein Hotel buchbar ist. Deshalb stellt sich um 15:30 schon langsam Feierabendstimmung ein. Die Strecke heben  wir uns für morgen auf, wird bei einem Eis festgestellt und gleich eine Unterkunft ausgesucht. Die Einzige der Gegend, Riiiiiesige Hotelanlage mit Halbpension und Schwimmbecken. Für 123€ . Das geht. Aber garnicht soooo schrecklich verbaut. Auf der riesigen Anlage sind zahlreiche 2-stöckige Bungalows großzügig ins Grüne gebaut. Insgesamt hat die Anlage 350 Zimmer. Nach einchecken gleich duschen und ins Schwimmbecken. Aber, und damit rechnet man erst garnicht, eiskalt! Kein Wunder, dass zwar einige Gäste am Beckenrand in Liegestühlen liegen, aber keiner im Wasser ist. Ich vernehme auch ein wissendes Schmunzeln von Einigen, als das kalte Wasser uns überrascht. Dennoch, es gibt kein zurück mehr. Die Blöße geben wir uns dann doch nicht, jetzt zurückzuweichen und tauchen zügig ein. Zügig auch deshalb weil wir beide nur Unterwäsche anhaben und das schnell verbergen möchten. 

Beim „all you can eat“ Bufett wird klar. Das ist eine Familien-Ferien-Anlage. Bei hunderten Kindern geht’s nach dem Motto: „endlich kriegen wir die Kinder mal satt!“ Und noch lange hallen fröhliche Kinderlieder der abendlichen Party über das Gelände. Fehlt nicht viel und wir tanzen auch Ringelreihe auf unserem Balkon.