(8.19514°, 114.37588°) (8.68323°, 115.18836°) (8.48227°, 115.43857°)

Zwei Tage haben wir planlos danebengegriffen bzw. bei einem Tag auf jeden Fall ich allein. Eigentlich wollten wir zu den blauen Feuern und den Schwefelminen, an denen die Arbeiter im Tagebau zwischen ätzendem Qualm zentnerschwere Brocken abtragen und zur Straße schleppen. Dazu hätten wir aber eine entsprechende Tour vorbuchen müssen, die mitten in der Nacht gestartet wäre. Wenigstens verbrachten wir dennoch einen netten Nachmittag mit einem Radlausflug zum hiesigen Segelhafen. Da ich am nächsten Tag zu einer talkshow in Denpassar zum Thema urban scetching wollte, radelten wir anderntags um 5:30 ohne Frühstück zur Fähre nach Bali. Nur: eine Stunde Zeitverschiebung, Abfahrt der Fähre erst in einer Stunde und 4,5 h Fahrzeit (statt gedachter 2,5h für 130 km) mit dem GRAB taxi vereitelten den Zeitplan. Bei Ankunft war die Veranstaltung schon eineinhalb Stunden vorüber und keiner mehr da. Umstieg in ein neues GRAB und ab, zu einem geruhsamen Ort – laut Reiseführer. Gute Entscheidung um die angespannten Nerven wieder zu lockern.

Schorsch:

Schon am frühen Morgen schippert die Fähre nach Bali ab. Wieder alles easy. Die Räder können mitsamt Packtaschen draufgerollert werden. Drüben dann, soll ne Taxe uns zur Hauptstadt Denpasar bringen. Aber keiner reagiert auf den GRAP Ruf. Keiner mag wohl so lange Fahrten in die Hauptstadt. Strategieänderung. Bloß ne kurze Strecke buchen und dann den Grabler fragen, ob er uns weiter schuggeln mag. Er mag die 130 km wagen. Wohl auch, weil die Fahrt dann nicht über den GRAP Dienst läuft und er den gesamten Flins einstecken kann. Horrorstrecke! Enge Straße und alles voll, ständig. Fette Großraumlimosinen überholen fette Laster trotz Gegenverkehr. Oft ists knapp. Achten kaum auf entgegenkommende Motorräder. Alle überholen gefährlich. Wir brauchen 4 Stunden. Schon klar jetzt, warum da kein offizieller GRAB Fahrer für einen Hungerlohn seine Zeit verschwenden mag. 

Wir kommen zu spät! Die anvisierte Urban Sketching Fete is schon lange um. Dafür aber kann die Künstlerin gleich zwei neue sketchbooks von der so geliebten Marke ergattern. Das pumpt den Elan, wieder mehr zu zeichnen, auf. Mal sehen. 

Gleich weiter dann zum Urlaubsort. In Sidemen soll’s recht hübsche, inmitten von Reisfeldern gelegene Resorts geben. Is auch so. Ganz ruhig und außerordentlicher Ausblick ringsum. Nix sonst in der Nähe. Macht nix. Alles da, super Restaurant und sogar Pool. Sehr gepflegtes Anwesen. Viel Blumen und Gebüsch. Sogar mit eigenem Tempelchen für unsere Holzhütte. Die Oma des Hauses versorgt ihn allmorgendlich mit Opfergaben. Und guggt man vom Frühstückstisch aus über die Felder, wird da schon geschuftet und Grünzeugs auf den Köpfen balancierend von den Feldern geschafft. Oder der nahe gelegene Hindu-Tempel mit fröhlich bunten Opfergaben geschmückt. Blumen, Blüten, Reis und auch dampft immer ein Räucherstäbchen.