Petra:

Die Radlstrecke ist sehr wechselhaft. Anfänglich sieht es südlich von Bari eher heruntergekommen aus, noch mehr Müll und Grobmüll an den Straßenrändern, als ohnehin schon. Windgepeitschte Wellen auf der Gegenseite. Dann folgen landwirtschaftliche Flächen, die sehr kultiviert wirken. Natürlich alles bewässert. Teilweise sind die Salatköpfe schon abgeerntet. Die Feigen an den Bäumen sind bereits tischtennisballgroß.

Aufgrund einer offensichtlich neu gebauten Bahntrasse, bleiben wir in einem Sackgassenweg hängen. Also müssen wir wieder zurück und einige Kilomter doppelt fahren.

Polignano, 10 km vor Monopoli ist ein wunderbarer Ort mit altem Stadtkern an einer Felskante. Berühmt das Standbild des Liedermachers von „Volare“. Es ist Domenico Modugno, der es 1958 erstmals gesungen hat und anhand der Anzahl an Handyfotografen eine italienische Icone zu sein scheint. Weiß getünchte Häuser, mit den obligatorischen Marienschreinen, die hier in den alten Vierteln überall zu finden sind, bilden das Ortsbild. Zusammen mit der aufgehängten Wäsche, den Wimpeln oder Lichterketten, sieht das aus wie im Bilderbuch.

Und auch Monopoli ist im Kern wunderschön und diesmal ist auch unser Zimmer zentral in einer der engen Gassen. Von der Sitzecke fällt der Blick auf die alte Hafenbucht. Im warmen sitzend habe ich das perfekte Motiv zum Malen.

Schorsch:

First Ride

Los geht’s zur ersten Etappe. Ich lass ein dickes Baumwollhemd und eine riiiiesige Blockseife die mir Petra untergejubelt hat, aus Platz- und Gewichtsspargründen zurück im B&B.
T-Shirt-Vergleich (Bild siehe unten): Kein Wunder dass ich sooooo viel schwereres und voluminöseres Gepäck habe, als Petra. Im Wechelwind belade ich das Fahrrad und clips wohl aus Versehen eine Passhülse von der Packtasche auf nimmer Wiedersehen weg. Da ziert wohl auch ein Plastikteil von mir den
Straßengraben. Ab da quietscht und rüttelts hinten rechts. Lässt sich aber flux mit einem Stück Filzgleiter beheben.

Mit wenig Verkehr geht’s pfiffig die Küstenstraße entlang. In den noch tourilosen Küstenorten, wird in Vorbereitung auf die nahende Saison, fleißig der Malerpinsel und der Akkuschrauber geschwungen.  Mittagsfutterpause im Aufwärmkaffehaus tut Not. Aber die Sonne scheint und alles ist Juchzig! Die ersten Radlkilometer der langen Reise! Und auch schon hübsch und immer eine Beflügelung, das diesmal sehr gemütliche Zimmer in der malerischen Altstadt von Monopoli ist schon gebucht und wartet auf uns. Muss nur noch nach der Ankunft mittels Klimaanlage beheizt werden. Passiert aber rasch, während ich mein wohlverdientes und erholsames Nachmittagsschläfchen halte. Immerhin sind wir untrainiert mit viel Gepäck und Menschenlast über 60 km vom Wind getrieben worden. Petra malt vom Fenster aus und unter einem Heizlüfter 2 Bildchen, eben vom malerischen Monopoli.

Ganz schön hübsch sind auch hier all die engen Gassen. Alles weiß getüncht und der Boden mit weißen Marmor. Waren vor der Pizza die Gassen noch belebt, ist’s danach schon dunkel und in den Gassen fast gespenstisch ruhig. Und auch endlich ruht die laute Musikbox vom Klamottenshop unter unserem Zimmer. Vorher noch sind dort tänzelnd die Mädels fröhlich vorbeigewippt.