Weil wir gestern fast 100 km abgestrampelt haben, nehmen wir uns heute nicht so viel vor. Erst mal noch gehts zur Innenstadt von Cangzhou. In der Karte ist etwas von Old Street vermerkt und ich hoffe auf eine Altstadt. Nun ja, entlang des Grand Canal gibt es nette hutongartige Viertel entlang der alleebesäumten Uferstraße. Was folgt ist aber eine nigelnagelneu erbaute Altstadt! Wurde die alte weggerissen, gab es sie nicht mehr, oder wie sah es hier vorher aus? Nur vereinzelt sind ein paar Fußgänger unterwegs. Es hat fast den Anschein, der gesamte Stadtteil ist noch nicht eröffnet. Zwei nette Chinesinnen von hier, versichern uns aber, abends wird es hier brechendvoll.
Unsere Räder sind von gestern noch dreckverkrustet. Bei einer modernen Autowerkstätte, in der gerade SUVs gewienert werden, frage ich, ob die Räder abgespritzt werden können. Es dauert etwas, aber dann werden die Bikes spitzengesäubert. Als ich zahlen möchte, meint der Mitarbeiter, es kostet nichts, und: „welcome to china“. Wie unglaublich nett ist das denn!!
Über Land geht es in gewohnter Optik durch Maisfelder, entlang oftmals vermüllter Kanäle und durch Straßendörfer. Da die Häuser und Höfe immer ummauert sind und selbst bei offenen Toren immer erst eine Sichtwand folgt (damit die Geister, die ja nicht um die Ecke gehen können, draussen gehalten werden), wirken die Orte wenig einladend. Prinzipiell kann man schon sagen, neigt der Chinese zum Pragmatismus und nicht zum Ästhetischen. Manchmal zeigen diese Sichtwände aber auch bunte Traumlandschaften und gleich herrscht eine andere freundliche Stimmung.













